Landschaftsverband Rheinland - Qualität für Menschen

Foto: Bildleiste von Maitagung 2008

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Inhaltsverzeichnis

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Abstracts

Block I: Podcast / PDA

Das Museum als Sender? Ergebnisse einer aktuellen Untersuchung zum Podcasting an Kunstmuseen
Constanze Wicke, Absolventin der HTWK Leipzig

In der musealen Arbeit stellt der Einsatz von Podcasts eine neue, sich dynamisch entwickelnde Kommunikationsform dar. Dabei dienen Podcasts nicht allein der Vermittlung musealer Inhalte, sondern können darüber hinaus auch als Instrument des Museumsmarketings fungieren. Als informierende, bildende und unterhaltende Komponente bereichern Podcasts sowohl den Museumsbesuch selbst als auch dessen Vor- und Nachbereitung.

In Abhängigkeit von ihrer inhaltlichen wie dramaturgischen Ausrichtung kann über Podcasts eine zielgruppenspezifische Ansprache erfolgen. So richten sich beispielsweise Podcasts in Form von Audioführungen an Personen, die während eines Ausstellungsbesuchs weiterführende Informationen zu den Objekten und der Ausstellungsthematik wünschen; featureähnliche Museumspodcasts dagegen zeichnen sich insbesondere durch die Verbindung informierender und unterhaltender Elemente aus und lassen sich somit zur Vor- und Nachbereitung des Museumsbesuches nutzen. Durch Verknüpfung bereits vorhandener Materialen mit neuen Ton- oder Filmdokumenten (Künstlerinterviews etc.) können über das Medium Podcast Hintergrundinformationen vermittelt werden, die in der Ausstellung, in Katalogen, auf der Museumswebseite etc. keinen Raum finden.

Das innovative Potential des Mediums besteht dabei darin, dass eine Plattform geschaffen wird, die grundsätzlich allen Seiten zur Mitwirkung offen steht: nicht nur dem Museum selbst oder dem Kurator der Ausstellung, sondern auch dem Künstler (womit im Extremfall der Podcast selbst zum Kunstobjekt wird), dem Sammler und nicht zuletzt eben dem Museumsbesucher. Letzterer ist somit nicht mehr nur Rezipient von Informationen, sondern kann auch selbst zum Sender werden. Der Informationsfluss verläuft also nicht mehr nur einseitig in Richtung Museum > Besucher, sondern ebenso umgekehrt. Das könnte künftig zunehmend die Bindung zwischen Museum und Besucher stärken und im Idealfall zur Weiterentwicklung musealer Strukturen führen - bis hin zu neuen Formen der Ausstellungskonzeption unter Beteiligung der Ausstellungsadressaten.

Der Beitrag basiert auf Ergebnissen einer Diplomarbeit (08/2007) zum Thema „Pocasting in Kunstmuseen" im Studiengang Museologie an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (FH).
(Abstract in Überarbeitung)

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Podcasts, Vodcast, i-Tunes und RSS-Feed.
Hype oder neue Vermittlungsformen für Museen?
Astrid Wilch, Acoustiguide GmbH, Berlin

Audioführungen gehören mittlerweile zum Standardrepertoire von Museen. Anhand von internationalen Praxisbeispielen sollen verschiedene Podcast (und Vodcast) Konzepte und deren Zugriffsmöglichkeiten für die Besucher aufgezeigt und diskutiert werden. Der Beitrag soll einen Einblicke über die Entstehungsprozeße, den Implementierungsmöglichkeiten von Podcasts und den möglichen Synergieeffekten z. B. mit Audioführungen oder Presse- und Marketingmaßnahmen geben.
(Abstract in Überarbeitung)

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Die Bauernstuben des Altonaer Museums neu gesehen.
Ein Erfahrungsbericht zur Attraktivitätssteigerung eines Dauerausstellungsbereiches mit Hilfe von PDA-Führungen
Dr. Vanessa Hirsch, Altonaer Museum, Hamburg

Die 17 Bauernstuben aus dem 17. bis 19. Jh. im Altonaer Museum stellen als fester Objekteinbau einen der Kernbestände des Hauses dar, der seit 1914 weitgehend unverändert geblieben ist. Wandgestaltungen, Möbel und andere Ausstattungsgegenstände bilden bis heute ein dreidimensionales und von den Besuchern betretbares Raum-Bild, das jeweils die Einrichtungsgewohnheiten einer bestimmten Region exemplarisch darstellt.
Für den heutigen Umgang mit diesem äußerst komplexen Ensemble stellt sich jedoch das Problem, dass der Ausstellungsbereich von den Besuchern überwiegend als dunkel und „langweilig" empfunden wird, zumal didaktische Hilfsmittel wie Beschriftungen aus konservatorischen Gründen nur in geringem Umfang angeboten werden können. Da außerdem die Inszenierungsform nicht dem Stand der Gegenwart entspricht, werden die in den Bauernstuben versammelten Schätze viel zu selten als solche wahrgenommen.

Dennoch ist es gelungen, diesen Ausstellungsbereich neu zu beleben, und zwar mittels einer PDA-basierten audiovisuellen Führung. Mit diesem Gerät können die Besucher in der Ausstellung entweder einer vorgegebenen Tour folgen, die nahezu alle Stuben erschließt, oder aber sich nur dann gezielt Informationen abrufen, wenn eine Stube oder ein Thema sie besonders anspricht. Damit wird den Bedürfnissen unterschiedlicher Besuchergruppen Rechnung getragen. Augrund der positiven Resonanz ist geplant, das System sukzessive zu erweitern, etwa um eine noch größere Anzahl Themensträngen und Einzelobjekten zu erschließen. Außerdem soll eine eigene Benutzereinheit für Kinder und Jugendliche erarbeitet werden. Auch die Erschließung weiterer Abteilungen ist in Planung.

Die Vorteile des PDAs im Vergleich zu einem Audioguide liegen auf der Hand: Die Kopplung von Bild und Ton erlaubt es, die Benutzer mit optischen Hintergrundinformationen wie Landkarten oder mit Vergleichsobjekten bekannt zu machen, die in der Ausstellung selbst nicht zu sehen sind. Auch die Wegeführung innerhalb der Abteilung wird erleichtert durch Grundrisse, die an entsprechender Stelle auf dem Display erscheinen. Die Geräte mit ihren großen Tasten und übersichtlichen Displays werden speziell von älteren Besuchern sehr gut angenommen.

Seit Inbetriebnahme der PDAs im November 2007 ist erwiesen, dass eine „vergessene" Abteilung auch ohne hohe Investitionen zu neuem Leben erweckt werden kann. Umbauten, die Eingriffe in das Ensemble nach sich gezogen hätten, oder Ausgaben für Beschilderungen waren nicht nötig. Die Besucher verstehen nun die Einzigartigkeit der historischen Bauernstuben, können nachvollziehen, warum dieser Bestand in der bestehenden Form gezeigt wird und sie werden motiviert, sich auch mit Details zu beschäftigen. Damit wird der PDA zu einer Schule des Sehens, der den Wunsch nach „mehr" bereits in sich trägt.

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Block II: Informieren – Kollaborieren

Kollaborative Vor- und Nachbereitung von Schulklassenbesuchen ins Museum mittels Online-Anwendungen
Lars Kobbe, Institut für Wissensmedien, Tübingen

Das Museum als informeller Lernort für außerschulische Aktivitäten birgt ein großes Potenzial hinsichtlich seiner lernförderlichen und motivierenden Wirkung, das angesichts der gängigen Durchführungspraktiken nur unzureichend genutzt wird. Besondere Schwächen sehen viele Forscher (Griffin, Kelly, Savage & Hatherly, 2005; Lewalter & Geyer, 2005; DeWitt & Osborne, 2007) in den folgenden Bereichen: 1) Neuheit des Lernorts. Der Lernerfolg der Schüler wird von der Schwierigkeit beeinträchtigt, sich an einem neuen, unbekannten Ort räumlich zu orientieren und aus der Vielfalt an Themen und Handlungsangeboten zu wählen. 2) Einbettung des Besuchs in den Unterricht. Der Lernerfolg leidet zudem daran, dass viele Besuche im Schulunterricht weder angemessen vor- noch nachbereitet werden. 3) Gestaltungsmethoden des Besuchs. Häufig gewählte Besuchsformen wie die freie Exploration oder der Einsatz von Arbeitsblättern zeigen mitunter ungünstige Wirkungen auf die Motivation und das Explorationsverhalten. Empfohlen werden den Besuch strukturierende, recherche-orientierte Aktivitäten in Kleingruppen.  In diesem Vortrag soll gezeigt werden, wie sich diese drei Bereiche in einem übergreifenden Ansatz integrieren lassen und welche Möglichkeiten moderne Online-Anwendungen dabei bieten. Vorgestellt werden dabei die Anwendungen Mapwings.com (zur Erstellung und Erkundung virtueller Rundgänge durchs Museum), Picasa und Google Docs (zur Erstellung von Online-Präsentationen), sowie Box.net (zum Austausch von Foto- und Videomaterialien zwischen mehreren Nutzern). Neben theoretischen Überlegungen werden insbesondere praktische Erfahrungen mit diesen Anwendungen geschildert, die anhand einer gerade durchgeführten Studie mit mehreren Schulklassen im Deutschen Museum in München gewonnen wurden. Die Aufgabe der mit Digitalkameras ausgestatteten Schüler war dabei, aus der Angebotsvielfalt der Ausstellung eine thematische Auswahl zu treffen und mit den gemachten Aufnahmen im Anschluss an den Besuch eine Online-Präsentation zu erstellen. Sowohl der Museumsbesuch als auch die Gestaltung der Präsentation wurde in Kleingruppen durchgeführt, da diese kollaborative Lernform kreativen Konflikt und damit lernförderliche Aktivitäten wie das Erklären, Diskutieren und Elaborieren fördert. Auf der MAI-Tagung sollen erstmals Ergebnisse dieser Studie präsentiert werden.

 DeWitt, J. & Osborne, J. (2007). Supporting Teachers on Science-focused School Trips: Towards an integrated framework of theory and practice. International Journal of Science Education, 29(6), 685-710. Griffin, J., Kelly, L., Savage, G., & Hatherly, J. (2005). Museums Actively Researching Visitor Experiences and Learning (MARVEL): a methodological study. Open Museum Journal, 7. Lewalter, D. & Geyer, C. (2005). Evaluation von Schulklassenbesuchen im Museum. Zeitschrift für Pädagogik, 6, 774-785.

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Museen und Wikis: Vorteile vernetzter Arbeitsgemeinschaften
Dr. Thomas Tunsch, Staatliche Museen zu Berlin

Obwohl Wikipedia mittlerweile große Aufmerksamkeit in den Medien genießt und als Phänomen des Web 2.0 zunehmend auch Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen ist, sind vernetzte Arbeitsgemeinschaften in der Welt der Museen noch weitgehend unbekannt. Während in Universitäten und Bibliotheken Wikis teilweise schon zum Bestandteil der internen und externen Kommunikation geworden sind, scheint die Idee des "schnellen Wissens" in den Museen bisher nur wenig Widerhall zu finden.
Für die Nutzung von Wikis in Museen bieten sich verschiedene Möglichkeiten an, deren Vorteile und Grenzen beschrieben werden sollen.

Teilnahme an fachübergreifenden Wikis am Beispiel von Wikipedia.
Betrachtet man sowohl die Welt der Museen als auch das Projekt der freien Enzyklopädie als Gemeinschaften, die sich der Sammlung und Verbreitung von Wissen widmen, lassen sich verschiedene Möglichkeiten der Zusammenarbeit finden. Eine weitere Gemeinsamkeit ist die Tatsache, daß sich Wikipedia und die Museen an das gleiche Publikum richten: die allgemeine Öffentlichkeit. Die Museen sammeln Objekte, dokumentieren ihre Forschung durch Ausstellungen und publizieren das Wissen über ihre Sammlungen und die entsprechenden Fachgebiete. Wikipedia sammelt Daten und Informationen in ihren Artikeln und ermöglicht gleichzeitig einen Einblick in die Entstehung von Wissen. Das Projekt Semapedia (http://www.semapedia.org/) hat es sich zum Ziel gesetzt, Objekte der gegenständlichen Welt mit denen dazugehörigen Wikipedia-Artikeln zu verknüpfen. Zusätzlich zu den museumsspezifischen Informationen können so Vernetzungen mit weiteren Angeboten hergestellt werden.

Museumsspezifische Wikis am Beispiel des Projekts MuseumsWiki
Das MuseumsWiki (http://museums.wikia.com/) besteht seit 2006 und wurde bereits auf verschiedenen internationalen Konferenzen dem Fachpublikum vorgestellt. Es bietet eine offene Informations- und Kommunikationsplattform für Museen, Museumsmitarbeiter und Museumsprojekte.
Im Vergleich zu Wikipedia fallen die inhaltlichen Einschränkungen weg, die durch das umfassendere Gesamtziel des Projekts einer freien Enzyklopädie gegeben sind.
Aufbau eines eigenen Wikis.

Die freie Software MediaWiki (http://www.mediawiki.org/wiki/MediaWiki/de) kann von Museen zum Aufbau eines eigenen Wikis genutzt werden. So haben die Staatlichen Museen zu Berlin seit Herbst 2007 ihr Intranet auf der Basis von MediaWiki neu gestaltet. Das zugrundeliegende Konzept, wichtige Details zur Installation und die bisherigen Erfahrungen werden vorgestellt.

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Deine Geschichte - lernen, machen, publizieren
Online-Geschichtswerkstatt und Publikationsplattform für Schülerinnen und Schüler

Oliver Baumann, Kooperative Berlin

Hintergrund
Achtzehn Jahre nach dem Mauerfall zeigen aktuelle Studien eine teilweise erschreckende Unkenntnis des totalitären Regimes der DDR in der Generation der heute 16 bis 18-jährigen – in Ost und West. Die deutsche Teilung erscheint im kollektiven Gedächtnis der Schüler nur noch unscharf und diffus. Offenbar werden Jugendliche durch die klassischen Formen der Vermittlung und Didaktik im Unterricht und in Museen immer weniger erreicht. Um das schwindende Geschichtsbewusstsein zu stärken und deutschdeutsche Geschichte spannend zu vermitteln, startet ein neues Bildungsprojekt dort, wo sich ein Großteil der Jugendlichen heute aufhält: im Internet.

Herausforderungen
Welche Möglichkeiten bietet das Web 2.0 zur Wissensvermittlung für Jugendliche? Wie kann man in Zeiten von MySpace, Flickr und YouTube Geschichte spannend vermitteln? Wie erreicht man die Generation, die mit den Neuen Medien aufgewachsen sind und diese tagtäglich nutzen? Wie kann man die Schüler aktivieren, sich selbst und aktiv mit Geschichte auseinander zu setzen? Wie kann Zeitzeugenbefragung als eine Methode eingesetzt werden, um selbst herausfinden wie ein zeitgeschichtliches Ereignis aus unterschiedlichen Perspektiven erlebt wird? Wie kann man ein Onlineprojekt in der Öffentlichkeit bekannt machen und die Schüler richtig ansprechen? Wie kann man von Onlineprojekten eine synergetische Verbindung in die Museen und in den Unterricht herstellen?

Ziele
• Aktivierung von Schülern zur selbständigen Entdeckung und Auseinandersetzung mit der jüngsten deutschen Geschichte in und außerhalb von Schule und Museen.
• Bereitstellungen eines zügig umsetzbaren Unterrichtsformats für Lehrer und Schüler mit attraktiven, kostenlos abrufbaren Materialien
• Bereitstellungen multimedialer Exkursionsmaterialien zur Herstellung eines Bedeutungszusammenhangs des unsichtbar gewordenen Denkmals durch die Suche authentischer Spuren vor Ort (z.B. in Museen, Erinnerungsstätten)
• Steigerung der Medienkompetenz durch den unmittelbaren Umgang und die eigene Anwendung von Medien

Konzept
Das Bildungsangebot gliedert sich in drei Bereiche auf: Lernen, Machen, Publizieren. Im Bereich „Lernen" stehen Lehrern und Schüler verschiedene Instrumente für eine innovative, mediale Gestaltung von Unterrichtseinheiten zur Verfügung. In kontextualisierenden Arbeitspapieren sind Themen und Themenschwerpunkte dargelegt. Die Inhalte sind mit unterschiedlichen Materialien und Dokumenten verknüpft, die separat oder vollständig als Download verfügbar oder online les- bzw. abspielbar sind. Die Unterrichtseinheiten sind wiederum in Vorbereitung, Vermittlung und Nachbereitung strukturiert, die Aktivierung der Schülerinnen und Schüler zur eigenständigen Recherche und Produktion ist dabei von Beginn an eingewoben.
Das Know-how zur Entwicklung von Schülerreportagen zum Themenkomplex „Deutschdeutsche Geschichte" wird im Bereich „Machen" angeboten. Es umfasst multimediale Tutorials, Einführungen in dokumentarische Formensprache, technische und inhaltliche Hilfsmittel für eigenständige Produktionen und Darstellungsmöglichkeiten im Internet.
Die entstehenden Schülerproduktionen können im Bereich „Publizieren" hochgeladen, präsentiert und mit anderen Nutzern diskutiert werden. Alle eingereichten Beiträge werden durch eine Redaktion gesichtet und geprüft, um einen verantwortlichen Umgang mit Geschichte, Gedenken und Erinnerung zu gewährleisten.

Rahmeninformation
Das Projekt „Deine Geschichte" wird von LICHTSCHIFF e.V. (Mitglied der Kooperative Berlin) realisiert und von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Robert Bosch Stiftung maßgeblich gefördert. Schirmherrin des Projektes ist Bundesministerin Dr. Schavan. Das Projekt wird von Medienpädagogen begleitet und kooperiert mit zahlreichen Institutionen und Medienpartnern.
„Deine Geschichte" befindet sich momentan in der Entwicklungsphase und geht im Mai 2007 online.

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Block III: Zwischen Web 2.0 und 2nd Life

Mehrwert durch Mashups.
Der Einsatz offener Programmierschnittstellen auf „kulturellen" Websites
Simon A. Frank M.A., Institut für Kulturmanagement, PH Ludwigsburg

Langsam aber sicher lässt der Enthusiasmus für das Web 2.0 nach. Vermehrt werden im Kontext des ‚neuen' Internettrends auch kritische Fragen gestellt: sind etwa viele als Web 2.0 angepriesene Neuerungen nur reine technische Spielereien oder eigentlich Web 0.0, also neuer Wein in alten Schläuchen? Nicht all diese Kritik ist berechtigt, aber wenn inzwischen von Web 2.0 die Rede ist, sollte im gleichen Atemzug von dessen Nutzen, bei ‚kulturellen' Websites beispielsweise in den Bereichen Kunstvermittlung, Kulturmarketing oder Besucherbindung, die Rede sein. Die alleinige Begeisterung für die Technik, die bisher oftmals vorherrschte, sollte nicht im Vordergrund stehen. Anhand von Mashups, also der Integration von offenen Programmierschnittstellen (beispielsweise die APIs von Google Maps, YouTube oder Flickr) auf der eigenen Website kann gezeigt werden, wie ohne großen Aufwand mit Mitteln des Web 2.0 tatsächlich ein interessanter Mehrwert für kulturelle Websites generiert werden kann. Insbesondere dann, wenn Fremdinhalte nicht nur auf der eigenen Seite eingegliedert sondern zudem mit eigenen Inhalten angereichert werden. In dem Vortrag wird, nach einer kurzen Einführung in die Idee des Mashups, der Nutzen anhand einiger exemplarischer Projekte veranschaulicht, unter anderem dem Projekts linklit.de, bei dem mittels der Google Maps-API Literaturmuseen sowie ‚literarische' Sehenswürdigkeiten geographisch ‚verortetet' werden.

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Weblogs im Museum - Sinnvolle Einsatzmöglichkeiten, Beispiele und ein Erfahrungsbericht über ein Ausstellungsweblog
Christine Nowak, Museum für Kommunikation, Frankfurt a.M.

Weblogs sind einfach zu bedienende Redaktionssysteme. Der Vorteil ist, dass ohne Expertenhilfe Inhalte ins Internet gebracht werden können. Die Anbindung an Museumswebseiten ist leicht zu bewerkstelligen, die Kosten bleiben – je nach Vorhaben – überschaubar.

Doch für welche Zwecke, welche Museumsformen bzw. Museumsabteilungen eignet sich der Einsatz eines Weblogs? In den USA gibt es schon seit längeren Museumsweblogs und auch schon erste Erfahrungswerte über den Nutzen des Weblogs als Arbeitsmittel im Museumskontext.

Auch hier werden seit etwa zwei Jahren Weblogs gerne als Marketingtools für Unternehmen angepriesen, doch dieses durchaus identitätsstiftende Werkzeug muss nachhaltig geplant und geführt werden. Ich möchte in meinem Vortrag verschiedene Beispiele von Museumsweblogs aufzeigen (Museumsweblogs mit Autoren aus verschiedenen Abteilungen, Schwerpunktweblogs zu Forschung, Sammlung oder Museumspädagogik, Weblogs großer und kleiner Institutionen), gleichzeitig will ich skizzieren, für welche Museen sich ein Weblog lohnen kann und für welche eher weniger.

Zuletzt möchte ich ein Fallbeispiel aus der Praxis vorstellen, an dem ich zur Zeit arbeite: Ab März 2008 zeigt das Museum für Kommunikation Frankfurt die Ausstellung „Absolut privat!? Vom Tagebuch zum Weblog". In Vorbereitung dessen startete im April 2007 das erste deutschsprachige Ausstellungsweblog in einem Museum (http://tagwerke.twoday.net/). „Tagwerke" wurde in Kooperation mit dem Weblog-Anbieter Knallgrau auf der Plattform „Twoday" realisiert. Auf dem „Tagwerke"-Blog wird dokumentiert, wie an der Ausstellung gearbeitet wird: Themenfindung, Recherchen, Expertengespräche aber auch Links zu interessanten Tagebuchprojekten oder Neuigkeiten zum Themenbereich Tagebuch und persönliche Weblogs. Der Internetnutzer kann die Entstehung einer Ausstellung in Echtzeit mitverfolgen. Die Erfahrungen, die wir an der Arbeit mit Tagwerke gewinnen konnten, möchte ich im Rahmen der MAI-Tagung vorstellen und zur Diskussion bringen.

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Webmuseum 3D – Innovativer Wissenstransfer und spielerisches Lernen in der virtuellen Umgebung von „Second Life". Eine Chance für Kulturinstitutionen?
Ivonne Maschmeier, form & content, Bonn

Second Life ist eine dreidimensionale Online-Welt, in der sich die Nutzer mit Hilfe von  virtuellen Stellvertretern, den Avataren, bewegen können.  Sowohl die Gründer von Second Life (die Firma Linden Lab) als auch die Bewohner dieser Welt betonen immer wieder, dass Second Life weit mehr sei, als nur ein Spiel. Was diese Umgebung zu einem konkreten „zweiten Leben" werden lässt und sie von anderen Online-Games unterscheidet, sind vor allem folgende Faktoren:
Es existiert keine vorgegebene Spieleumgebung. Die Firma Linden Lab stellt lediglich die technische Infrastruktur und regelt den Verkauf von virtuellem Land. Die Inhalte dieser Welt, werden von deren Bewohnern erstellt und weiter entwickelt. Second Life besitzt eine eigene Währung, den Lindendollar, der zum jeweils aktuellen Wechselkurs gegen US-Dollar eingetauscht und auch wieder zurückgetauscht werden kann. Diese Kopplung an das reale Wirtschaftssystem ermöglicht einen regen Handel von virtuellen Gütern und Dienstleistungen. Die enge Verknüpfung zu den Medien Film, Musik und Internet haben Second Life darüber hinaus zu einer Werbe- und Marketingplattform werden lassen.

Second Life weist somit viele Merkmale auf, die auch dem Internet zu Eigen sind. Im Unterschied zum zweidimensionalen Web kann der Mensch seine Umgebung hier jedoch räumlich erleben und mit den übrigen Nutzern dieser Welt, die im herkömmlichen Internet unsichtbar bleiben, in Kontakt treten. Durch die Identifikation mit dem eigenen Avatar und der Möglichkeit, soziale Kontakte aufzubauen, entsteht eine stärkere Bindung an diese Welt. Second Life ist somit der Beginn eines emotional geprägten 3D Internets.

Die Frage, welche Möglichkeiten und Chancen  eine derartige Plattform für kulturelle Institutionen bietet und welchen Einschränkungen sie unterworfen sind, soll in diesem Vortrag anhand konkreter Beispiele beantwortet werden: Zunächst wird ein virtueller Museumsbesuch am Beispiel des Auftritts der Dresden Gallery besprochen. In einem weiteren Schritt sollen Ausstellungsprojekte vorgestellt werden, in denen der experimentelle Umgang mit Inhalten und Objekten im Vordergrund steht.  (NOAA National Oceanic and Atmospheric Administration Exhibition / Virtual Starry Night - Van Goghs Werke in 3D). Abschließend soll das weite Feld der kulturellen Veranstaltungen, wie Vorführungen, Touren, Kurse etc., gestreift werden, die unerlässlich für eine werbewirksame und dauerhafte Präsenz in Second Life sind.

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Die Nutzung der virtuellen Gemäldegalerie Alter Meister Dresden in „Second Life". Messverfahren und Ergebnisse
Prof. Dr. Lutz Hagen, Institut für Kommunikationswissenschaft der TU Dresden

Die Dresdner Galerie Alte Meister kann seit Juni 2007 auch in der virtuellen Welt "Second Life" besichtigt werden. Jeder, der über einen Internet-Anschluss verfügt und sich das kostenlose Programm von "Second Life" besorgt, kann sich als künstliche Figur in der dreidimensionalen Internet-Welt von zuhause aus bewegen, Dinge herstellen, mit anderen sprechen und gemeinsames unternehmen. Gewerbliche und nicht-gewerbliche Organisationen aus allen Gegenden der Welt haben bereits Niederlassungen in "Second Life".

Die Gemäldegalerie Alte Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ist das erste Museum, das eine komplette Reproduktion seiner selbst in Second Life errichtet hat. Auf der Insel „Dresden Gallery" sind maßstabsgetreu und dreidimensional alle öffentlich zugänglichen Räume rekonstruiert und sämtliche 750 Kunstwerke gehängt. Die virtuelle Reproduktion umfasst nicht nur alle Gemälde, sondern auch das klassizistische Gebäude von Gottfried Semper und die anderen, barocken Teile des berühmten Zwingers, die sehr detailgetreu aus Bits und Bytes rekonstruiert wurden. Die Bewohner von "Second Life" können in der virtuellen Galerie umherwandern, ganz wie in der echten Galerie, nur dass sie es von zuhause aus auf ihrem Computer tun können und nichts dafür bezahlen müssen. Eine eigene Homepage begleitet das Experiment (www.dresdengallery.com), das neue Wege der Kunstvermittlung zu gehen versucht.

Wie und durch wen dieses Angebot angenommen wird, das ist durch Kommunikationswissenschaftler der TU Dresden in begleitenden Studien untersucht worden. Sie besteht in verschiedenen Formen der Befragung, Beobachtung und technische Messung im echten wie im virtuellen Raum und soll klären, wer die „Dresden Gallery" im Netz nutzt, in welcher Form die Besucher dies tun und aus welchen Motiven.

Der Erfolg der virtuellen Galerie ist schon deshalb keine Selbstverständlichkeit, weil die Überschneidung zwischen dem traditionellen, hochkultur-orientierten Publikum der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden und der zu großen Teilen jugendlichen und stark Internet-affinen Zielgruppe von „Second Life" a priori als gering eingeschätzt werden muss.

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Block IV: Short Cuts

Die Sammlung der historischen Glasplattennegative der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg - Erschließung und Online-Präsentation
Dr. Bettina Giersberg und Sabine Göttsche M.A., Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Potsdam
Dipl.-Kfm. Sebastian Klarmann, Programmfabrik GmbH, Berlin

Die preußischen Schlösser und Gärten sind ein zentrales Zeugnis deutscher Kultur und Geschichte, deren internationale Bedeutung durch die Aufnahme in die UNESCO-Liste des Welterbes der Menschheit dokumentiert ist. Die Sammlung der historischen Glasplattennegative enthält über 30.000 Aufnahmen der von der Preußischen Schlösserverwaltung betreuten ehemaligen Königsschlösser und ihrer Parkanlagen in ganz Deutschland aus der Zeit von 1894-1945. Die Fotografien, die sich in einem ausgezeichneten konservatorischen Zustand befinden, zeigen bauliche und gartenarchitektonische Zustände der Museumsschlösser von Weilburg an der Lahn bis Königsberg, die für die Forschung und die konservatorisch-restauratorische Betreuung der Schlösser und Gärten von unschätzbarem Wert sind.

Noch bis zum Ende diesen Jahres wird die Sammlung der historischen Glasplattennegative der Fotothek der Stiftung in einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem Bundesamt für Katastrophenschutz und Bevölkerungshilfe gefördert Forschungsprojekt digitalisiert und wissenschaftlich erschlossen. Ende 2008 wird sie komplett als digitale Sammlungspräsentation online zur Verfügung stehen. Dieses Projekt und seine Internetpräsenz auf der Basis der webbasierten Datenbank „EasyDB" soll in einem Kurzvortrag vorgestellt werden.

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arthistoricum.net – kunsthistorisches Netzwerk und virtuelles Forschungsinstitut
Sybille Greisinger M.A. und Dr. Christian Gries,
Zentralinstitut für Kunstgeschichte, München

arthistoricum.net - die Virtuelle Fachbibliothek Kunstgeschichte (http://www.arthistoricum.net/) ist ein kunsthistorisches Fachportal, das mit Hilfe der Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) seit drei Jahren kooperativ vom Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München (ZI), der Universitätsbibliothek Heidelberg und zahlreichen weiteren Partnern aufgebaut wird. Die Basis, auf der das Projekt fußt, ist der seit über 30 Jahren bestehende DFG-geförderte Netzverbund zur Literaturversorgung für die Kunstgeschichte. Seit seinem Launch im März 2006 konnte sich das Portal in der Fachwelt mit mittlerweile bis zu 170.000 Pageviews im Monat zu einem anerkannten Forum für Forschung und Lehre etablieren.

arthistoricum.net gliedert sich in fünf Rubriken, die gewissermaßen die Eckpfeiler des aktuellen kunsthistorischen Arbeitsinstrumentariums repräsentieren: Recherche, E-Publishing, Themenportale, Tutorials sowie Ressourcen. Eine umfassende Recherche kann hier entweder über die auch in arthistoricum.net integrierte Metasuche artlibraries.net oder direkt in Spezialkatalogen wie ARTicles online, ART-Guide, OLC-SSG oder dem Kunstbibliotheken-Fachverbund Florenz-Rom-München erfolgen. Das Portal bietet des Weiteren mit dem Rezensionsjournal KUNSTFORM die Möglichkeit des Online-Publizierens und verfügt mit dem Publikationsserver ART-Dok über einen insbesondere auch für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler attraktiven Weg des Veröffentlichens nach den Grundsätzen des Open Access. Ein weiteres, neues Angebot auf arthistoricum.net ist FONTES, ein Modul das kommentierte und bebilderte Volltext-Versionen von Kunstliteratur zwischen 1350 und 1750 zugänglich macht, und sukzessive von der kunsthistorischen Interessengemeinschaft mit Beiträgen erweitert wird. Unter der Rubrik Ressourcen finden sich umfangreiche Digitalisierungsprojekte, die wichtige Primärquellen aus unterschiedlichen Bereichen der Kunstgeschichte weltweit verfügbar machen. Die Themenportale auf arthistoricum.net bieten aktuelle Informationen jeweils zu einem inhaltlich abgrenzbaren Bereich der Kunstgeschichte und repräsentieren den derzeitigen Forschungsstand auf diesem Gebiet. Darüber hinaus werden hier Möglichkeiten des wissenschaftlichen Austauschs und der Kommunikation offeriert. Daher zählt beispielsweise das seit dem Launch des Portals publizierte Themenportal Photographie zu einem unserer erfolgreichsten Angebote.

Der Vortrag stellt eine komplexe Online-Plattform auf Typo-3-Basis vor und dokumentiert deren strukturelles, redaktionelles und technisches Konzept in ausgewählten Kommentaren. Er richtet sich insbesondere an Ausstellungshäuser, Kultureinrichtungen und Universitäten, und möchte zur kooperativen Weiterentwicklung des Portals aufrufen. Im Rahmen des Vortrags werden ein Blick auf den aktuellen Arbeitsstand des Projekts gegeben, sowie flankierende Maßnahmen und Strategien wie Wiki, AdServer und Social Bookmarking vorgestellt.

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prometheus macht sich auf zu neuen Ufern:
Technische Weiterentwicklungen - Lösungen für die Verwertungsrechte
PD Dr. Holger Simon, Kunsthistorisches Institut der Universität zu Köln

prometheus, das verteilte digitale Bildarchiv für Forschung & Lehre, kann mit einigen wichtigen Neuerungen aufwarten. Zwei wegweisende Vereinbarungen betreffen den Bereich des Bildrechte-Managements. Die Umstellung auf ein neues System führte außerdem zu erheblichen Verbesserungen bei Recherche, Ergebnisverwertung und mehrsprachiger Nutzung.

Vertrag mit der VG BildKunst
Management der Urheberrechte am Werk, Rechtssicherheit durch Pauschalvergütung, kostenlose Nutzung der Werke zur Präsentation in Lehre und Forschung
Anfang 2007 hat prometheus eine vertragliche Übereinkunft mit der VG BildKunst getroffen und dadurch Rechtssicherheit für die im Verbund zusammengeschlossenen Datenbanken erwirkt. Gegen eine jährliche Pauschalvergütung dürfen nun Bilder von Werken, die urheberrechtlich geschützt sind, in prometheus gezeigt und für die Präsentation in Forschung und Lehre kostenlos genutzt werden. Mit dem Vertragsabschluss erhalten alle Datenbanken in prometheus Rechtssicherheit für die Aufnahme und Bereitstellung von Abbildungen, die Kunstwerke von Künstlerinnen und Künstlern zeigen, die von der VG BildKunst vertreten werden.

Vertrag mit dem bpk
Management der Leistungsschutzrechte der Fotografen bzw. Fotografinnen, wissenschaftliche Nutzung kostenlos
Das Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz (bpk), die Fotoagentur der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin, hat Ende 2007 seinen Online-Katalog mit den qualitativ hochwertigen Fotografien der Gemälde und Objekte der Berliner Museen in prometheus eingebracht. Alle Bilder im Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz dürfen nun für wissenschaftliche, nicht-kommerzielle Publikationen mit einer Auflagenhöhe von unter 1.000 Exemplaren kostenlos verwendet werden. Die Publikationsgenehmigung erhält man über ein einfaches Online-Formular. Darüber hinaus kann man über prometheus auch die Genehmigung für kommerzielle Zwecke beim Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz anfragen.

Pandora ist da
Im März 2008 hat prometheus seine bislang genutzte Software mit Pandora auf ein neues System umgestellt. Pandora bietet folgende Verbesserungen:
• Erheblich erweiterte Möglichkeiten der Recherche und der Ergebnisverwertung
• Optimiertes Design der Oberfläche, Sprache wahlweise deutsch oder englisch
• Integrierte deutsch-englische Wörterbücher, optimierter interner Datenabgleich

Damit ist prometheus nun auch im nicht-deutschsprachigen Ausland leichter zu nutzen.
http://www.prometheus-bildarchiv.de/

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Bildindex der Kunst und Architektur: Relaunch 2008 - neue Angebote für Nutzer und Partnerinstitutionen
Angela Kailus M.A., Bildarchiv Foto Marburg

Das Internetangebot „Bildindex der Kunst und Architektur" (http://www.bildindex.de/) ist eine Verbunddatenbank, in der diverse Museen, Bildarchive, Bibliotheken, Denkmalämter und andere Forschungsinstitutionen im In- und Ausland ihre Bilder und Erschließungsdaten im Internet publizieren. Foto Marburg als Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte betreut somit ein Portal, in dem aktuell rund 1,9 Millionen Aufnahmen zur Kunst und Architektur aus 13 Ländern aus etwa 80 Partnerinstitutionen und aus eigenen Beständen zentral und weltweit greifbar sind. Der Bildindex, seit 1999 online, ist für Wissenschaftler wie Laien zum wichtigen und viel benutzten Konsultationsmedium im Bereich der Überlieferung von bildhaftem Kulturgut in Fotografien und digitalen Reproduktionen geworden.

Der Vortrag will die neuen Möglichkeiten vorstellen, die der ‚Bildindex' nach seinem Relaunch im Frühjahr 2008 haben wird. Neben der Modernisierung der technischen Basis und einem grundlegend renovierten Layout bietet das neue Angebot eine deutlich verbesserte Erschließung und Nutzbarkeit der Bestände:
• Erweiterte Kombinationsmöglichkeiten von Baumnavigation und indexbasierte Suchfragen und Suggest-Funktion ermöglichen intuitiveres Suchen.
• Treffermengen können kartenbasiert lokalisiert werden (Google-Maps-Anbindung). Für Sammlungen, die im Bildindex publizieren, gibt es verbesserte und flexible Möglichkeiten, sich und ihre Bestände ins rechte Licht zu rücken:
• Bestandsfilter mit eigenem Eingangstext und abweichender Rahmengestaltung sorgen für eine individualisierte Darstellung der Sammlung im Bildindex. Durch einen persistenten Link von der eigenen Website kann der Bildindex-Teilbestand auch als Bestandsdatenbank auf der eigenen Museumswebsite genutzt werden. Andererseits können Links Nutzer auf das museumseigene Webangebot leiten.
• Webgalerien erlauben den Hinweis auf neue oder besonders interessante Partnerbestände an zentraler Stelle.
• Der Gesamtbestand wird für Suchmaschinen geöffnet. Das sichert nicht nur dem Bildindex selbst, sondern auch seinen Partnerinstitutionen erhöhte Aufmerksamkeit im Netz. Die Integration der Partner-Daten- und Bildbestände wird vereinfacht:
• Bilder können auf fernen Servern liegen.
• Die Integration von Daten im museumdat-Format gewährleistet Unabhängigkeit von der in der jeweiligen Sammlung verwendeten Erfassungssoftware.

Außerdem bietet Foto Marburg den Partnern verschiedene Modelle der Unterstützung beim Bildvertrieb an. Die neuen Möglichkeiten führen nicht nur zu einer zeitgemäßen und effektiveren Nutzbarkeit des Bildindex, sondern stellen auch ein attraktives Angebot an vorhandene und zukünftige Partnerinstitutionen dar, die ihre Bestände in dieses Portal einbringen.

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Block V:
Portale und Plattformen

Vimu.info – dänisch-deutsche Geschichte im Internet
Kay Macquarrie, Zentrum für Multimedia, FH Kiel

Vimu ist ein neues virtuelles Museum zur Darstellung der jüngeren dänisch-deutschen Geschichte. Vier Hochschuleinrichtungen mit 12 festen Mitarbeitern und etwa 40 Hiwis und Studierenden in Deutschland und Dänemark entwerfen die interregionale Internetseite.

Das Ziel der bilingualen Plattform ist es, die Geschichte der vergangenen 180 Jahre auf lebendige und internetgerechte Weise erlebbar zu machen: mit Hilfe einer integrativen und modularisierten Darstellung von Texten, Tönen, Videos und Animationen. Die Berücksichtigung der heterogenen Zielgruppen mitsamt ihrer spezifischen Bedürfnisse spielt bei der Realisierung und der Entwicklung eine zentrale Rolle: Ein Tourist bringt andere Vorkenntnisse mit, als ein Bewohner der Region. Ein Schüler interessiert sich für andere Inhalte, als ein Lehrer, der auf der Suche nach Unterrichtsmaterialien ist.

Die zielgruppenorientierte Präsentation der Inhalte wird ergänzt durch Möglichkeiten der Individualisierung. So kann der User die Inhaltsdarstellung durch Veränderungen der Schriftgröße, der Hintergrundfarbe und der Laufweite anpassen. Des Weiteren hat der virtuelle Besucher die Wahl zwischen flash basiertem oder html basiertem Zusatzmaterial. Damit werden die Inhalte auch für Menschen zugänglich, die die Seiten per Screenreader ansteuern oder die eine sequentielle Darstellung der Inhalte bevorzugen.

Wie in einer physikalischen Ausstellung werden in vimu Geschichten und Ereignisse gezeigt, die repräsentativen Charakter haben. Aus einer Vielzahl von Ereignissen wurden knapp 250 Geschichten ausgewählt, die 36 Themen zugeordnet wurden. Vimu verfolgt also keinen enzyklopädischen Ansatz, sondern bemüht sich um die vertiefende multimediale und multiperspektivische Darstellung ausgewählter Inhalte. „Der Besucher soll von den Inhalten und der multimedialen Darbietung gefesselt und zum
Stöbern und Forschen animiert werden".

Vimu ist ein EU gefördertes Projekt mit einer Laufzeit von 3 Jahren. Launch derinteraktiven Ausstellung ist der 31.03.2008.

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Das Internetportal http://www.rheinische-geschichte.de/ – Ein Projektbericht
Dr. Stephan Laux, Fachstelle für Regional- und Heimatgeschichte (LVR), Köln

Das Projekt
Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) entwickelt unter der Internetadresse http://www.rheinische-geschichte.de/ ein chronologisch, geographisch und thematisch umfassendes Informationssystem zur rheinischen Geschichte. Das Projekt entsteht als Gemeinschaftswerk der Ämter des Kultur- und Umweltdezernats des LVR, die mit ihrem vielfältigen, historisch orientierten Angebot in Forschung, Archiven, Museen und Denkmalpflege entsprechende Möglichkeiten bieten. Darüber hinaus sollen Kooperationspartnerinnen und -partner insbesondere aus Universitäten und Archiven für eine Mitarbeit gewonnen werden.
Die Grundidee des Portals ist es, mit Hilfe des Mediums „Internet" die ebenso traditionsreichen wie vielfältigen landes- bzw. geschichtlichen Forschungserträge zusammenzuführen und in mediengerechter Form einer möglichst breiten, historisch interessierten Öffentlichkeit darzubieten. Das somit angestrebte Vollangebot zur rheinischen Geschichte reagiert gerade auch vor dem Hintergrund entsprechender aktueller Initiativen in anderen deutschen Kulturlandschaften (s.u. Links im Anhang) auf die stetig wachsende Nachfrage nach qualitativ gesicherter, frei zugänglicher historischer Fachinformation im Internet. Das Internetportal wird in erster Linie textlich orientiert sein, jedoch zur Illustration und Dokumentation mit grafischen und akustischen Elementen versehen werden. Mit dem Angebot von Recherche-Instrumenten und interaktiven Elementen versteht sich das Internetportal auch als Serviceeinrichtung. Der inhaltlichen Vielschichtigkeit entspricht eine formale Vielseitigkeit, die eine breit gefächerte Zielgruppe ansprechen soll: insbesondere historisch Interessierte, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Lehrerinnen und Lehrer, Studierende, Schülerinnen und Schüler. Komplexere Sachverhalte werden sich ebenso erschließen wie punktuelle Informationen für gelegentliche oder zufällige „Surferinnen" und „Surfer". Das Portal ist hohen inhaltlichen und formalen Standards verpflichtet und strebt große Anschaulichkeit an. Für die Qualitätssicherung bürgt der LVR mit seiner Fachkompetenz auf den unterschiedlichen Feldern der historischen Kulturarbeit.

Die Struktur
Das Portal gliedert sich in 7 Hauptkomponenten, die als Menüpunkte auf der Startseite angeboten werden:

1. Epochen
14 Überblicksartikel zur rheinischen Geschichte von der Vor- und Frühgeschichte bis in die Gegenwart. Die Textlänge liegt bei 10-15 Seiten (Vor- und Frühgeschichte: 5 Seiten). Die Darstellungen sollen ereignisgeschichtlich orientiert sein, dabei aber auch thematische Aspekte in eher allgemeiner Form berücksichtigen. Die Abstimmung mit den Themenartikeln (s.u.) ist deshalb von großer Bedeutung. Jedem Artikel ist eine leicht verständliche Zusammenfassung (Abstract) von max. 1 Seite beizugeben, die später auch in fremdsprachiger Übersetzung sowie als Video in Gebärdensprache angeboten werden soll. Anstelle eines Fußnotenapparats sind Randanmerkungen in der rechtsseitigen Kontextspalte vorgesehen, die die Navigation zu internen und auswärtigen Ressourcen ermöglichen und kurze Kommentartexte zu den angezeigten Grafiken und Links enthalten. Diese Struktur stellt (mit Ausnahme der Abstracts) gleichzeitig den Standard des Seitendesigns für alle textlichen Rubriken dar.

2. Ereignisse
Datengerüst mit ca. 400-500 Kurzeinträgen in chronologisch gelisteter Form, gegliedert nach den zeitlichen Bemessungen der „Epochen".

3. Rheinische Köpfe
Kurzporträts von rund 250 bedeutenden Persönlichkeiten der rheinischen Geschichte (die Zahl der berücksichtigen Personen ist nach oben hin offen).

4. Orte und Räume
Kurzdarstellungen auf übergeordneter und mittlerer Ebene (auf 1-3 Seiten Länge): Berücksichtigt werden Herrschafts- bzw. Verwaltungsgebiete (Gebietskörperschaften) in drei Abschnitten: Die Zeit vor 1815 umfasst die wichtigsten Reichsstädte und Territorien, sowie die Reichskreise auf dem Gebiet der späteren Rheinprovinz. In der Zeit nach 1815 werden kreisfreie Städte, Landkreise, sowie übergeordnet die Rheinprovinz (bis 1945) und das Land NRW vorgestellt. Unter der Sparte „Kirchliche Gebiete" werden katholische Bistümer und die „Evangelische Kirche im Rheinland" berücksichtigt. Eine Betrachtung auf ortsgeschichtlicher Ebene ist mit Rücksicht auf das von den Landschaftsverbänden Rheinland und Westfalen-Lippe 2006 veröffentlichte „Handbuch der Historischen Städten NRW" zur Zeit nicht geplant.

5. Themen
Artikel in variabler Zahl und unterschiedlicher Länge (ca. 2-10 Seiten) in einer Sparte „Übergreifendes" sowie in vier Zeitblöcken. Innerhalb dieser chronologisch gegliederten Sparten verteilen sich die Beiträge jeweils auf die Kategorien „Herrschaft", „Gesellschaft", „Wirtschaft" und „Kultur".

6. Quellen
Ausgewählte Quellen zur rheinischen Geschichte in kommentierter Volltextdarstellung.

7. Literaturberichte
Voraussichtlich zweimonatig erscheinende Sammelrezensionen oder auch Einzelporträts zu relevanten Publikationen der rheinischen Geschichte.
Daneben wird das Portal kleinere, teils statische, teils dynamische Elemente enthalten wie u.a.:
• Verzeichnisse von Institutionen, Forschungsstätten, Kultureinrichtungen und Geschichtsvereinen usw. im Rheinland
• monatliches Kalenderblatt zu historischen Persönlichkeiten und Ereignissen
• Linkverzeichnisse zu ausgewählten Themen
• Glossar
• Fragen und Antworten zur rheinischen Geschichte (in Listenform)

Textgestaltung
Im Interesse der Einheitlichkeit des Gesamtangebots des Internetportals wird den Verfasserinnen und Verfassern eine Reihe verbindlicher Vorgaben gemacht. Die technische Ausführung liegt bei der „Fachstelle für Regional- und Heimatgeschichte" des LVR, die als Redaktion fungiert. Für die Artikel gelten höchste Qualitätsstandards; insbesondere die Epochen- und Themenartikel werden eine große Verbreitung finden und in der Fachöffentlichkeit Referenzcharakter erlangen. Es wird ein mediengerechter Schreibstil erwartet: Übersichtlichkeit der Struktur, Klarheit der Sprache und Sachlichkeit des Arguments sollen dazu dienen, wissenschaftliche Inhalte einer breiten Öffentlichkeit über das Medium „Internet" zugänglich zu machen. Inhaltlich ist dort eine Reduzierung von Komplexität anzustreben, wo es von der Sache her vertretbar ist.
Alle Autorinnen und Autoren erhalten je nach Textsorte spezifizierte Vorgaben über den Umfang der Darstellung und die Aspekte, die in ihrem Beitrag Berücksichtigung finden sollen. Damit soll eine bestmögliche Abstimmung aller Elemente des Portals, u.a. hinsichtlich der Platzierung von Querverlinkungen erreicht werden. Die je nach Einzelfall konkretisierten Umfangsvorgaben sind grundsätzlich einzuhalten.

Zeitplanung
Verbindliches Datum der Onlinestellung ist der 1. Juli 2008. Zu diesem Zeitpunkt soll den Nutzerinnen und Nutzern ein homogenes Grundangebot gemacht werden, in dem die orientierenden Beiträge in den Sparten „Epochen" und „Themen" als tragende Säulen dienen werden. Der LVR plant über den Zeitpunkt der Online-Stellung hinaus die Erweiterung bzw. Verdichtung des Angebots.

Links
Vergleichbare landesgeschichtliche Internetangebote:
„Internetportal Westfälische Geschichte" des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, Münster (http://www.westfaelische-geschichte.de/)
„Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen" des Hessischen Landesamts für geschichtliche Landeskunde, Marburg (http://web.uni-marburg.de/hlgl/lagis/)
„Bayerische Landesbibliothek Online" (http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/)

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Sammlungseinblicke. Die museums plattform nrw
Dr. Christian Esch, NRW KULTURsekretariat Wuppertal
Dr. Angela Stercken und PD Dr. Gabriele Genge,
museums plattform nrw

Im November  2006 ging die auf Initiative des NRW KULTURsekretariats Wuppertal und in Zusammenarbeit mit den Museen entwickelte museums plattform nrw online. Seither wächst die Zahl der eingestellten Werke und Darstellungen sowie der beteiligten Museen beständig.

Das Ziel des langfristig angelegten Projekts ist die sukzessive Erschließung und Präsentation von Beständen der Moderne aus den nordrhein-westfälischen Museen sowie die Vermittlung von Kunst an ein interessiertes Publikum. Die Plattform ersetzt keinen Museumsbesuch, sondern regt dazu qualifiziert und vorbereitend an, ohne vordergründig (z.B. werblich, „teasend") darauf bezogen zu sein. Neben der zentralen musealen Werkpräsentation – die auch z.T. bisher nicht publizierte bzw. deponierte Werkbereiche einschließt – steht die anschauliche Vermittlung und Kontextualisierung der Kunstwerke im Mittelpunkt. Das Projekt bezieht sich mit der Moderne auf einen ausgewählten Bereich der Kunstgeschichte, dessen Verankerung in den historischen wie sammlungshistorischen Strukturen der Region NRW anschaulich erfahrbar ist. Der Nutzer kann sich die vorgestellten Werke zusammenstellen und sich damit einen ganz eigenen, selbst kuratierten Zugang zu der Kunst in NRW herstellen. Darüber hinaus verbindet die Plattform sammlungsbezogene Aspekte mit Serviceangeboten wie der Vermittlung aktueller Neuigkeiten aus den Museen, der Routenplanung von Museum zu Museum und anderer praktischer Hilfestellungen mehr.

Eine Besonderheit der museums plattform nrw liegt in der umfassenden, in Zusammenarbeit mit den beteiligten Museen entwickelten Form der Werkpräsentation in einem übergreifenden, kuratorisch betreuten Metamuseum. Neben Abbildungsmaterial umfasst diese va. gesicherte Kopfdaten, ausführliche Werkanalysen und umfassende künstlerbiografische, museums-, sammlungs- wie stadthistorische Textmaterialien, die auch über Suchfunktionen oder Download zugänglich sind. Die Werkbestände und Materialien können museumsübergreifend, künstler-, orts- oder themenorientiert und vergleichend erschlossen werden. Durch die Verbindung der museums plattform nrw zu den physischen Museen und Museumsorten, die Dokumentation musealer Sammlungsgeschichte und deren historische Verortung werden die Exponate in einem übergreifenden Rezeptionszusammenhang wahrnehmbar. Dabei steht die Vermittlung eines aktuellen, d.h. vielfältigen und mehrschichtigen kunstwissenschaftlichen Verständnisses der künstlerischen Moderne und ihrer historischen Bezüge im Vordergrund.

Die Plattform richtet sich ebenso an wissenschaftliches Fachpublikum wie allgemein Kunstinteressierte und potentielle Museumsbesucher und hält auf drei Ebenen in Komplexität und Informationsdichte unterschiedene Zugangsmodelle bereit (>virtuelles museum moderne nrw // >suchmaschine // >planung & service).

Nach der Entwicklung der Pilotversion wurden 2007 die Bestände der museums plattform nrw  erweitert. Aktuell nehmen an dem Projekt folgende Museen teil: Clemens-Sels-Museum, Neuss; K20 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf ; K21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf; Ludwig-Forum für Internationale Kunst, Aachen; Museum am Ostwall, Dortmund; Museum Bochum- Kunstsammlung, Bochum; Museum Folkwang, Essen; Städt. Museum Abteiberg, Mönchengladbach; Städt. Museum Gelsenkirchen; Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum, Duisburg; 2008 wird sich dieser Kreis erneut erweitern.

In dem geplanten Vortrag soll die museums plattform nrw vorgestellt, ihre Entwicklung und inhaltlichen Zielsetzungen erläuert werden. Die anschließende Diskussion böte auch Gelegenheit für einen Erfahrungsaustausch zur Internetpräsentation musealer Bestände oder zu Fragen der inhaltlichen und technischen Erweiterbarkeit des Plattform-Modells, bzw. zur Ergänzung themenspezifischer Ausstellungsräume, Integration neuer Datenformate (PDA-Anwendungen für Museumsbesucher) etc.

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Das Museumsportal Berlin und der Museumsdienst Hamburg – zwei Projektberichte
Marco Tralles, ARTEMiSiUM GmbH & Co. KG, Berlin

1. Der Museumsdienst Hamburg
Der in der Vergangenheit an die städtischen Behörden gebundene Museumsdienst Hamburg wird mit Beginn des Jahres 2008 in die Organisationsform einer Stiftung überführt. Damit verbunden ist, die Lösung des Webauftritts aus der Einbindung in die Präsenz der Stadt unter: hamburg.de. Auch der Museumsdienst Hamburg folgt so dem Trend, sich als Institution aus Städte-Portal-Seiten herauszulösen. Somit bietet sich nun die Möglichkeit, der rasanten technischen Entwicklung des Internet und den steigenden Besucheranforderungen an den Service einer Web-Präsenz durch eine spürbar höhere Felxibilität und eine eigenständige Redaktion zu entsprechen.

ARTEMiSiUM hat diese neue Webseite erstellt, und damit das Museumsportal für Hamburg geschaffen, an welchem derzeit 18 Hamburger Museen mitwirken. Darüber hinaus ist die Umsetzung des Gesamtprogramms für die Lange Nacht der Museen mit Angeboten von über 40 Museen geplant.
Vom Konzept bis zum Relaunch der nach Maßgaben der BITV realisierten Webseite wird weniger als ein halbes Jahr vergangen sein. Die neue Seite enthält mehr, detaillierte und erstmals elektronisch durchsuchbare Informationen zu Veranstaltungen der vertretenen Museen sowie zu den über den Museumsdienst buchbaren Angeboten. Über dies hinaus ist die neue Webseite an ein umfangreiches Ticket-System angebunden und ein Großteil der Führungen, sogar Lizenzführungen für akkreditierte User, sind nun beim Museumsdienst online buchbar. Da der Gesamtkatalog der vom Museumsdienst Hamburg angebotenen Führungen und Veranstaltungen mehrere hundert Seiten stark ist, wurde für die neue Seite des Museumsdienstes Hamburg ein neues, innovatives Navigationskonzept erarbeitet und umgesetzt.
hamburg.de museumsdienst-hamburg.de

2. Das Museumsportal Berlin
Nach jahrelangem Hin und Her erhält Berlin nun endlich ein eigenes Museumsportal. Der Bereich der musealen Kultur-Szene wird sich damit aus der Stadtpräsenz berlin.de in eine spezialisierte Webseite eines Berliner Museums-Führers verlagern.

Das Museumsportal Berlin wird ab dem offiziellen Start durch ARTEMiSiUM betreut und weiterentwickelt. Die Finanzierung der laufenden Betriebskosten für Webhosting, Serverwartung und auch der eigenen Leistung für die weitere Programmierung wird durch das bewährte Kultursponsoring-Konzept der ARTEMiSiUM ermöglicht.
Im Mai 2007 wird das Museumsportal Berlin bereits die ersten Monate produktiv hinter sich gebracht haben. Über die bewegte Vergangenheit, den aktuellen Stand und Zukunftsaussichten können wir dann berichten.

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Block VI: Projekte / Initiativen

euromuse.net – Neuerungen und Entwicklungen
Schnittstellen zum Tourismusbereich und die Integra­tion von Web 2.0-Elementen
Thorsten Siegmann, Institut für Museumsforschung (SMB), Berlin

Wie können Museen ihre Ausstellungen und Sammlungen in einem europaweiten Umfang bewerben? Wie lassen sich Museen mit dem Tourismussektor vernetzen? Welche Chancen bieten dabei Internetplattformen? Welche Voraussetzungen sollten diese erfüllen, damit sie sich in die Arbeit von Museumspressestellen möglichst optimal integrieren lassen?

Die europäische Ausstellungs- und Museumsplattform euromuse.net (http://www.euromuse.net/) liefert seit sechs Jahren aktuelle Informationen über Kunst- und kulturhistorische Wechselausstellungen aus den größten Museen Europas. Neben mehrsprachigen Inhalten – aktuelle Informationen über Ausstellungen sowie Museen und ihre Sammlungen – sind die einfache Verfügbarkeit und gezielte Recherchemöglichkeiten notwendige Akzeptanzvoraussetzungen für ein erfolgreiches europäisches Internetportal. Im Rahmen des eTen-Programms der Europäischen Union wird das euromuse.net-Portal seit Januar 2008 im Rahmen eines deutsch-österreichisch-italienischen Projekts umgebaut und erweitert. Ziel des Projekts sind eine verstärkte Vernetzung mit dem Tourismusbereich, ein vereinfachter Datenim- und -export u.a. über die im Tourismusbereich unterstützte Schnittstelle Harmonise sowie die Integration von Web 2.0-Elementen in das Portal.

Die Interessen von Kultureinrichtungen wie Museen und Tourismusindustrie überschneiden sich. Während die einen nach Publikum für die von ihnen angebotenen Inhalte suchen, suchen die anderen nach Inhalten, die sie ihrem Publikum bieten können. Über die Harmonise-Schnittstelle wird euromuse.net auf einfache Weise Daten für den Tourismusbereich bereitstellen. Die Presseabteilungen der Museen, die ihre Ausstellungen in euromuse.net einspeisen, werden durch die Datenaustauschschnittstelle und die Vernetzung des Portals mit weiteren Anbietern entlastet, indem sie mit einer Eingabe (bzw. im Optimalfall dem automatischen Datenexport aus der museumseigenen Datenbank) eine Vielzahl von Internetseiten gleichzeitig beliefern können.

Die Nutzer der euromuse.net-Daten wie z.B. Tourismusdienstleister erhalten die Möglichkeit, an einer Stelle gezielt auf mehrsprachig aufbereitete Ausstellungsdaten in ganz Europa zuzugreifen. Web 2.0-Elemente sollen in das Portal integriert werden. Angestrebt wird weiterhin der Export der Portalinhalte auf verschiedene Endgeräte und Ausgabemedien wie PDAs und Mobiltelefone, als RSS-Feeds und als PDF-Dateien. Über die Integration von Maps sollen Museumsstandorte und Anfahrtspläne direkt über das Portal aufrufbar werden.

In der ersten Jahreshälfte 2008 und bis zur MAI-Tagung werden die technischen Adaptionen weitgehend abgeschlossen sein und erste Erfahrungen hierzu vorliegen.

Kontakt:
Institut für Museumsforschung – Staatliche Museen zu Berlin
Prof. Monika Hagedorn-Saupe / Thorsten Siegmann
In der Halde 1, 14195 Berlin, http://www.euromuse.net/
m.hagedorn@smb.spk-berlin.de / t.siegmann@smb.spk-berlin.de

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NESTOR – Die Herausforderung der Langzeitarchivierung digitaler Ressourcen
Dr. Winfried Bergmeyer, Institut für Museumsforschung (SMB), Berlin

Das vom  Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung finanzierte nestor-Kompetenznetzwerk ist ein Projekt zur Vernetzung der Aktivitäten zur Langzeitarchivierung und Langzeitverfügbarkeit digitaler Daten in Bibliotheken, Archiven und Museen in Deutschland. Die Herausforderung der Archivierung und damit Verfügbarmachung digitaler Objekte und digitaler Applikationen ist eine Aufgabe, der sich auch die Museen stellen müssen. Die Komplexität der Aufgabe für den Museumsbereich bedarf einer intensivierten Diskussion um Standards, Konzepte und Best-Practice-Empfehlungen. Die Langzeitarchivierung digitaler Daten bedarf daher der Intensivierung der Zusammenarbeit und des Erfahrungsaustausches. Hier will das nestor-Projekt ansetzen.

Im Gegensatz zur Archivierung analogen Materials ist die digitale Langzeitarchivierung von ihrer Prozesshaftigkeit geprägt und erfordert somit dauerhaft personelle und finanzielle Ressourcen. Die individuellen Sammlungsinhalte und Organisationsstrukturen bedingen auch individuelle Konzepte für jedes Museum. Somit muss die Planung von Langzeitarchivierung mit der Erstellung eines auf die Institution zugeschnittenen Konzeptes beginnen, das die Spezifikationen der Speichertechniken, der Dateiformate und des Workflows beinhaltet.

Die Bereitstellung von Informationen zu Standards, Projekten und Fachleuten über die Projekt-Website soll einen Einstieg in die Problematik ermöglichen. Geplante Workshops und Informationsveranstaltungen für Museen werden darüber hinaus die Möglichkeit bieten, thematische Vertiefungen durchzuführen und an Netzwerken teilzuhaben.

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Die Deutsche Digitale Bibliothek (im Rahmen der European Digital Library)
Ein Bericht zum aktuellen Sachstand

Prof. Monika Hagedorn-Saupe, Institut für Museumsforschung (SMB), Berlin

Im September 2005 veröffentlichte die Europäische Kommission "ihre Strategie, Europas geschriebenes und audiovisuelles Erbe im Internet verfügbar zu machen. Durch die Umsetzung des historischen und kulturellen Erbes Europas in digitale Inhalte können Europas Bürger es für ihre Studien, ihre Arbeit oder ihre Freiheit nutzen und erhalten Innovatoren, Künstler und Unternehmer das benötigte Rohmaterial. Die Kommission schlägt eine konzertierte Anstrengung der EU-Mitgliedstaaten vor, um dieses Erbe zu digitalisieren, zu bewahren und es allen verfügbar zu machen."

Im August 2008 erfolgt ein Aufruf an die Mitgliedstaaten, sich bei dem Aufbau einer solchen Europäischen Digitalen Bibliothek - heute geführt unter dem Namen "Europeana" - zu beteiligen. Und im November 2006 werden die "Schlussfolgerungen des Rates zur Digitalisierung und Online-Zugänglichkeit kulturellen Materials und dessen digitaler Bewahrung publiziert", die weitere Schritte vorschlagen, die durch die Mitgliedstaaten bzw, durch die Europäische Kommission durchgeführt werden sollen, um dieses Ziel zu erreichen.

In Deutschland wird als Reaktion darauf bei der KMK die Adhoc-Gruppe Digitalisierung eingesetzt, die unter Beteiligung eines Vertreters von BKM (dem Bundesbeauftragten für die Kultur und die Medien) und einem Vertreter des Deutschen Städtetages einen Entwurf für ein Bund-Länder-Eckpunkte-Papier erarbeitet. Unterstützt und ergänzt wird dies durch eine weitere Arbeitsgruppe, die ein Fachkonzept für den Aufbau einer Deutschen Digitalen Bibliothek erarbeiten soll. Beide Papiere sind im Moment im Abstimmungsprozeß.

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„museumdat" – das Datenformat für das gemeinsame Publizieren von Museumsdaten
Regine Stein, Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik, Berlin
Axel Ermert, Institut für Museumsforschung (SMB), Berlin

Die Bereitstellung von Kerndaten aus dem eigenen Objektbestand in museumsübergreifenden Portalen und Repositorien ist zur Alltagsanforderung für Museen geworden. Doch in welchem Datenformat soll die Objektinformation geliefert werden? – Mit museumdat hat die Fachgruppe Dokumentation im Deutschen Museumsbund im Herbst 2007 ein XML Schema publiziert, das die Integration von Objektdaten unterschiedlichster Herkunft erlaubt.

Ausgangspunkt für museumdat ist der vom J. Paul Getty Trust zusammen mit ARTstor entwickelte Metadaten-Standard CDWA Lite – dieser ist aber primär auf Datenbestände der bildenden Kunst und Architektur fokussiert. Um auch weitere Objektklassen, etwa aus dem kultur-, technik- oder naturhistorischen Kontext, angemessen abbilden zu können, wurde das Format mit dem CIDOC CRM analysiert, restrukturiert und verallgemeinert.

museumdat als CRM-kompatibles Harvesting-Format wird bereits von verschiedenen Verbünden und Museen in Deutschland, aber auch auf internationaler Ebene eingesetzt und von Software-Herstellern als Standard-Exportformat implementiert – ein wichtiger Beitrag zur besseren Vernetzung nicht nur deutscher Museen.

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Workshops

Workshop I: Zielgruppe: Suchmaschine
gut gefunden werden – Webseiten-Optimierung

Marco Tralles, ARTEMiSiUM GmbH & Co. KG, Berlin

Wer alte philosophische Ideen neu interpretiert, könnte auf die Idee kommen, folgende Frage zu stellen: „Wenn man eine Webseite ins Netz stellt, und sie wird nicht bei google gefunden, gibt es die Seite dann wirklich?".
Als im Mai 2005 die Internet-Suchmaschine google nicht mehr erreichbar war, waren viele Menschen sozusagen vom Internet getrennt: „Es war, als stünde das Internet still." …

Die Macht der Suchmaschinen zeigt sich in diesem Vorfall auf besondere Weise und eine weitere Statistik bestätigt das Problem: „Deutsche schlagen gerne online nach, wo sie nachschlagen können". Zu dem Ergebnis kam eine Auswertung der in 2006 am häufigsten gebrauchten Suchbegriffe (das Wort: „wikipedia" landete auf Platz. Die statistischen Auswertungen der von uns betreuten Webseiten bestätigt ebenfalls diesen Trend - Grund genug, sich Gedanken darüber zu machen, wie die Suchmaschinen die Webseiten „sehen".

In dem Workshop werden verschiedene Ansätze der „Suchmaschinenoptimierung" aufgezeigt, welche auch die allgemeine Usability der Webseite erhöhen können. Ebenfalls vorgestellt werden rein technische Parameter der Webseite, die bestenfalls vor einem Relaunch bedacht werden sollten sowie Werkzeuge, um die Zugänglichkeit der Webseite für Suchmaschinen nachträglich zu optimieren. Abschließend wird der Workshop sich mit der statistischen Auswertung von Server-Logs und deren Interpretation beschäftigen.

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Workshop II: Langzeitarchivierung digitaler Museumsdaten
Dr. Winfried Bergmeyer, Institut für Museumsforschung (SMB), Berlin

Trotz einer Reihe von Informationsquellen im Netz oder in gedruckter Form, ist das Thema der Langzeitarchivierung digitaler Objekte im museumsspezifischen Umfeld in der praktischen Umsetzung immer noch mit zahlreichen Fragezeichen versehen. Die grundsätzlichen Unterschiede zur Archivierung nicht digitaler Objekte sind gravierend und lassen die Problematik komplex erscheinen. Digitale Objekte entziehen sich unserem direktem Zugriff in der Form, dass wir sie ohne EDV-gestützte Interpretation (Bildbetrachter, Textverarbeitungen, Videoplayer etc.) nicht nutzen können. Diese wiederum sind der permanenten technischen Entwicklung unterworfen und häufig „verstehen" aktuelle Interpreter ältere Objekte nicht mehr, womit sie auch für uns verloren sind. Ein Aspekt der Langzeitarchivierung ist nichts anderes als digitale Objekte in der Form (Dateiformat) bereitzuhalten, wie sie die aktuellen Programme verstehen können.

Der andere Aspekt besteht in der physischen Erhaltung der Objekte auf Speichermedien, die ihrerseits wiederum von der technischen Entwicklung der Hardware abhängig sind (z. B. sind 3,5 "- Disketten ohne Zusatzeinrichtung in modernen Computern nicht mehr lesbar). Außerdem unterliegen die Speichermedien selbst einem Alterungsprozess, der die darauf gesicherten Daten gefährdet.

Die Entwicklung eines Konzeptes für ein Museum oder eine Sammlung muss am Anfang der Implementierung der digitalen Langzeitarchivierung stehen. In diesem Workshop wird die Konzeption beispielhaft für verschiedene Sammlungstypen vorgestellt. Unter Zuhilfenahme von Empfehlungen, Checklisten und Standards werden Konzepte entwickelt werden, die bei entsprechender Modifikation auf Basis individueller Ressourcen und Anforderungen als Ansatz für eigene Konzepte dienen sollen.

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