Landschaftsverband Rheinland - Qualität für Menschen

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Abstracts

Vom Ausstellungsraum ins World Wide Web
Zur Nutzung medialer Eigenschaften in der Online-Vermittlung

Petra Nietzky, Fakultät für Angewandte Kulturwissenschaft, Universität Lüneburg

Museen haben seit einiger Zeit erkannt, dass das Internet neue Möglichkeiten der Kommunikation bietet. Es besitzt Eigenschaften, die für die Vermittlungsarbeit genutzt werden können. Doch diese stellen neue Herausforderungen an die museale Vermittlung.

Im Rahmen meiner Magisterarbeit an der Universität Lüneburg forsche ich über Potentiale und Grenzen der Online-Vermittlung. Dabei habe ich herausgefunden, dass die Online-Vermittlung den Benutzer stärker fordert als andere Vermittlungsformen. Mit dem Prinzip des Erlebens und Entdeckens wird der Benutzer in die Projekte eingebunden, so dass eine individuelle Auseinandersetzung mit den Inhalten erfolgen kann. Viele Projekte schöpfen diese Potentiale leider nicht aus. Mit Datenbanken, Online-Galerien und Broschüreseiten wird für den Benutzer kein wirklicher Mehrwert geschaffen. Daraus resultiert die Frage, wie es mittels der Online-Vermittlung möglich ist, Interesse und Neugierde bei den Besuchern zu wecken und gleichzeitig wissenschaftliche Erkenntnisse bereit zu stellen? Dafür braucht es Konzepte, die die unterschiedlichen Zugangsvorrausetzungen und Motivationen der Besucher berücksichtigen. Wie jede andere Form der Vermittlung bedarf auch die Vermittlung im Internet einer Konzeption, die auf die differenzierten Bedürfnisse der Menschen eingeht und ihnen unterschiedliche Möglichkeiten der Informationserarbeitung anbietet.

In meinem Vortrag möchte ich anhand einiger Fallbeispiele aufzeigen, wie das Instrumentarium der Multimedia-Technologie für eine adäquate und zeitgenössische Vermittlung genutzt werden kann. Dabei stehen Gestaltungsmittel wie Interaktion, Navigation, Narration und Interface Design im Mittelpunkt meiner Präsentation.

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Durch Sponsoren finanziert: http://www.berlinischegalerie.de/ - eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen dem Landesmuseum Berlinische Galerie und der ART IST NET GmbH

Christiane Friedrich, Berlinische Galerie
Ulf Siek, ART IST NET GmbH, Potsdam

Die Berlinische Galerie, Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur, bezog nach siebenjähriger Schließung Ende Oktober 2004 ihren Museumsneubau und präsentierte sich dem Museumspublikum mit neuer Corporate Identity und einem aktuellen Internetauftritt.

Zur Erschließung von Finanzierungsmöglichkeiten für die Erstellung eines CMS gestützten und barrierefreien Internetauftritts, wurde der Berlinischen Galerie von der ART IST NET GmbH ein seit Jahren erfolgreich umgesetztes Sponsoringkonzept vorgeschlagen.

Das Modell der ART IST NET GmbH basiert darauf, Internetseiten kostenfrei für Kultureinrichtungen zu erstellen und die Finanzierung durch das Engagement der Wirtschaft zu decken. Nachdem es schon über 20 Theatern und Orchestern zu einem Webauftritt verhalf, konnte es nun erstmals für ein Museum umgesetzt werden.

Struktur und Inhalt der Seite wurden von der Berlinischen Galerie erarbeitet und in einem Workshop mit ART IST NET abgestimmt und verfeinert. Unter Einbeziehung der CI der Berlinischen Galerie erfolgte die Designgestaltung der Webpräsentation und die anschließende Programmierung durch die ART IST NET. Pünktlich zur Eröffnung stand die Präsentation im Netz.

Diese erfolgreiche Zusammenarbeit führte zur Nominierung des Webauftritts der Berlinischen Galerie zur "Best of the Web Nominations Open 2004" im Bereich "Innovative or Experimental Application". 

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Zugänglichkeit der Webseiten von englischen und internationalen Museen, Archiven und Bibliotheken im Vergleich.
Eine Studie zur Barrierefreiheit des britischen Museums, Libraries and Archives Council.

Marcus Weisen, The Council for Museums, Libraries and Archives, London UK

In 2003, the English Council for Museums, Libraries and Archives (MLA) commissioned an audit of the accessibility of a sample of 100 museum websites within its remit and 25 museums around the world as a basis for comparison. City University London had recently conducted such an audit of 1,000 general web sites for the Disability Rights Commission, the largest and most comprehensive web accessibility audit ever undertaken and unusual in prominently involving extensive user testing as well as automatic auditing of websites. A similar methodology for the audit of museum websites was used, creating baseline data of unprecedented scope and breadth.

MLA is the government agency which provides strategic guidance, advice and advocacy to UK Government departments on museum, library and archive matters. MLA's Operational and Strategic Plan sets out a vision for the central role of the sector in enabling easy access to knowledge, information and inspirations for all; supporting the Government's access, learning and inclusion agendas and driving forward the knowledge society and economy.

Disabled people are among the most excluded in society and face barriers of access to the premises and services of museums, libraries and archives. Disability legislation in a number of countries (e.g. Australia, USA, and the UK) establishes a right of access to services for disabled people, with some legislation specifically recognising websites as a service. For example, a recent ruling in New York found two travel websites were in breach of the Americans with Disabilities Act. The European Union e-Action Plan 2005 also requires that public sector websites meet reasonable web accessibility level standards.

The homepages of the 125 museum websites were evaluated against the 65 WAI checkpoints with an automated testing tool. 34% of the English museum homepages passed Priority 1 automatic checks, compared to 20% of the International comparison sites. However, the average English museum homepage possessed over 32 WAI Priority 1 manual warnings. Almost certainly some of these homepages would fail some of the manual checks, meaning they fail the most basic accessibility level.

The findings of the audit also showed that there are numerous instances on an average homepage of each checkpoint violated. The combined findings of International and English museum websites show that they present a disabled user with on average 206 instances of potential accessibility problems.

In addition to automated testing, user testing was conducted with a panel of people with a range of disabilities. The majority of problems encountered fell into three areas: presentation of content; navigation; descriptions of images and other media. The user testing results were also compared to the results of automated testing. This enabled further exploration of the current state of web accessibility within the museum sector, with interesting outcomes.

The talk will end with an outline of the initiatives in the UK to promote the accessibility of websites in the cultural sector. This includes the Jodi Mattes Awards for the most accessible museum, gallery, heritage, library and archive websites.

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Neue Entwicklungen bei der barrierefreien Zugänglichkeit im Internet

Werner Schweibenz, Universität des Saarlands, Saarbrücken

2002 sind das Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen - Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) und die Verordnung zur Schaffung barrierefreier Informationstechnik nach dem Behindertengleichstellungsgesetz (Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung - BITV) verabschiedet worden, die Fragen des barrierefreien Zugangs zu Internet-Angeboten des Bundes regeln.

Besondere Aktualität erhält die Thematik durch den Stichtag 31. Dezember 2005, zu dem die BITV vorschreibt, dass alle Web-Angebote des Bundes und dem Bund zugehöriger Institutionen und Organisationen barrierefrei zugänglich sein müssen. Inzwischen sind auch in verschiedenen Ländern Gesetze auf Landesebene hinzugekommen, wobei in die entsprechenden Verordnungen größtenteils noch ausstehen (mit Ausnahme von Nordrhein-Westfalen). Allerdings sind in vielen Ländern die entsprechenden Verordnungen in Vorbereitung und auf Grund einer gemeinsamen Bund-Länder-Arbeitsgruppe ist zu erwarten, dass sie sich an der BITV orientieren werden.

In der BITV wurden die Richtlinien der Web Accessibility Initiative als Grundlage für die Realisierung von Barrierefreiheit festgesetzt. Inzwischen hat sich die Version 1.0 der Web Content Accessibility Guidelines durch die Arbeit in den Gremien der Web Accessibility Initiative weiterentwickelt. Die Version 2.0 wird voraussichtlich im Laufe des Jahres verabschiedet werden. Es steht zu erwarten, dass die BITV, die in absehbarer Zeit auf ihre Wirkung zu Überprüfen und an den aktuellen Stand der technischen Entwicklung anzupassen ist, sich an der Version 2.0 orientieren wird. Deshalb ist es notwendig, sich mit den aktuellen Entwicklungen bei der Version 2.0 auseinanderzusetzen.

Der Beitrag knüpft an einen Beitrag auf der MAI-Tagung 2003 an und zeigt die Entwicklungen seit dieser Zeit auf. Weiterhin gibt er einen Überblick über die kritische Bewertung der Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) Version 1.0 durch verschiedene Studien, die Vorläufer einer aktuellen Studie aus Großbritannien zu den Web-Auftritten von Museen, Bibliotheken und Archiven waren. Außerdem fasst der Beitrag die aktuellen Entwicklungen und Diskussionen um die Version 2.0 der WCAG zusammen, die voraussichtlich im Laufe diesen Jahres in Kraft treten wird.

Gliederung:

  1. Einführung
  2. Stand der Gesetzgebung in der Bundesrepublik Deutschland
  3. Die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) Version 1.0
  4. Eine kritische Bewertung der WCAG 1.0
  5. Erste Einschätzungen zur WCAG 2.0 (Entwürfe, Zeitplan)
  6. Zusammenfassung und Ausblick

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MINERVA-Quality-Guidelines für kulturelle Webseiten
NESTOR-Kompetenznetzwerk Langzeitarchivierung

Monika Hagedorn-Saupe, Institut für Museumskunde, Berlin

In diesem Beitrag werden die europäischen Projekte Minerva und MinervaPlus vorgestellt. Die von Minerva entwickelten Qualitätskriterien und das Handbuch für gute kulturelle Internetseiten werden erläutert. Beispielhaft wird das Kriterium der Mehrsprachigkeit herausgegriffen, um die Anwendung der Kriterien für die (Selbst-) evaluation und als Hilfe zur Planung eines Internetauftritts zu demonstrieren.

Im Mittelpunkt des zweiten Teils steht das Projekt "nestor - Kompetenznetzwerk Langzeitarchivierung". Dieses Projekt arbeitet am Aufbau eines Informations- und Kommunikationspunktes für alle, denen die Langzeitarchivierung ihrer digitalen Daten ein Anliegen ist. Der aktuelle Stand der Projektentwicklung wird geschildert.
http://www.minervaeurope.org/, http://www.langzeitarchivierung.de

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Strategisch offen - Internet Technologien und Langzeit-Archivierung elektronischer Sammlungsdaten in Museen und kulturhistorischen Sammlungen

Stefan Bürer, Historisches Museum Basel

Das kurzlebige Internet und die Langzeitarchivierung elektronischer Daten scheinen auf den ersten Blick nicht zueinander zu passen. Doch die Technologien, die das Internet und das World Wide Web am Laufen halten, gehören zu den am besten etablierten Konzepten und Technologien der Informatik und reichen bis auf die ersten Versuche zurück, Rechner miteinander zu vernetzen: TCP/IP, Ethernet, SGML blicken auf eine jahrzehnte-lange Geschichte zurück und bilden das Fundament der Technologien des World Wide Web wie HTML, HTTP und deren modernen Abkömmlinge.

Gemeinsam ist diesen Technologien, dass sie offene, nicht-proprietäre Standards, Sprachen und Protokolle sind. Diesem Umstand verdanken sie nicht unwesentlich ihre Langlebigkeit und Verbreitung. Die Offenheit teilen diese Technologien mit der Open Source Software, einer Software-Gattung, die überwiegend auf offenen Standards und Protokollen beruht und deren Quellcode offenliegt, so dass die Funktionsweise der Software sichtbar und nachvollziehbar wird.

Diese zwei Aspekte, der Gebrauch von offenen Standards und Protokollen und die Offenlegung des Quellcodes bietet einen neuen Zugang zur Langzeitarchivierung elektronischer Daten. Neben den bekannten Strategien zur Langzeitarchivierung, wie die Emulation von Systemen, die Konservierung ganzer Systemumgebungen, der Transformation und Migraton der Daten auf neue Plattformen mit ihrer jeweils eigenen Problematik, bietet ein System, das vollständig auf Open Source Software beruht, die Möglichkeit der Rekompilation: d.h. ein System kann mit einem geeigneten Compiler auf einer anderen Plattform exakt rekonstruiert werden.

Diese Perspektive ist für Sammlungsdokumentationssysteme von Museen ausserordentlich interessant. Die Sammlungsdokumentation stellt einen integralen Bestandteil der Museumssammlung dar und gehört zum kulturellen Erbe einer Gesellschaft. Die Sammlungsdokumentation entsteht, wie die Sammlung selbst, über einen langen Zeitraum und soll langfristig verfügbar und erweiterbar sein. Diesen Ansprüche genügen proprietäre und konventionelle Dokumentationssystemen nicht, zu kurzlebig sind die Innovationszyklen in der Informatik.

Diese Problemstellung gab den Anlass, das bestehende Dokumentationssystem des Historischen Museums Basel auf eine langzeitarchivfähige Plattform zu migrieren unter Verwendung von Open Source Software und offenen Protokollen und Standards, d.h. mittels den Technologien des Internets. Das Projekt myColex ist frei verfügbar unter der Adresse http://sourceforge.net/projects/mycolex/ und ermöglicht die fachgerechte Dokumentation von kulturhistorischen Sammlungen(Objektdokumentation, Klassifikation, Thesaurus, Personen- und Adressverwaltung, Multimedia, Literatur- und Standortverwaltung, Ausstellungsmanagement, Konservierung und Restaurierung etc.). Es beinhaltet zudem eine Ereignisverwaltung, so dass die zentralen Aufgaben eines Museums optimal unterstützt werden. Das System ist plattformunabhängig und umfasst eine relationale Datenbank mit einem Web-Server und kann im Internet, im Intranet oder auf einer einzelnen Arbeitsstation eingesetzt werden. Die Bedienung findet im Internet-Browser statt, was den Einsatz des Systems sehr vereinfacht. Die Applikation ist mehrsprachig, erweiterbar und kann an spezielle Bedürfnisse angepasst werden. myColex ist in mehreren Ländern in Museen und Sammlungen im Einsatz mit einem stetig wachsenden Benutzerkreis.

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Die Bilddatenbank des Kunsthistorischen Instituts als digitale Sammlung

Dr. Ruth Goebel, Düsseldorf

Beim Aufbau von Sammlungen in Museen und Dokumentationszentren besteht die Gefahr, dass Informationen zwar gesammelt, nicht aber angemessen geordnet und verbreitet werden. Dies schafft nach Friedrich Waidacher (1996) träge Information/ (oder:und) macht ein Dokumentationszentrum zu einer Informationsdeponie. Tatsächlich aber hängt der Wert einer Sammlung wesentlich von der Verfügbarkeit und Zugänglichkeit der Informationen ab, die mit den Sammlungsgegenständen verbunden sind. Das Bestreben der Aktivierung der Informationsdimension einer Sammlung haben Suzanne Keene und Harald Krämer deshalb zum Kernkonzept der digitalen Sammlung gemacht.

Auch für die Photothek des Kunsthistorischen Instituts lag der Gedanken nahe, ihre umfangreichen Bestände zu aktivieren, zu verbreiten und einem größeren wissenschaftlichen Publikum zugänglich zu machen. Bisher war der Zugang doppelt beschränkt, nämlich durch die Notwendigkeit, die Bestände in den Räumlichkeiten der Photothek in Florenz zu sichten - und dies innerhalb der zeitlich zwangsläufig begrenzten Öffnungszeiten des Instituts. Diese beiden Punkte stellen für die Zielgruppe der potenziellen Benutzer im deutschsprachigen Raum eine nicht unerhebliche Einschränkung dar. Deshalb war die Photothek bestrebt, den Teil ihrer Bildbestände, an denen sie das Urheberrecht besitzt, in eine digitale Sammlung zu überführen und im Internet zugänglich zu machen. Dieses Vorhaben wurde unterstützt durch Projektmittel der Deutschen Forschungsgemeinschaft, die ergänzt wurden aus Sondermitteln der Max-Planck-Gesellschaft.

Den fotografischen Grundstock des Projekts bilden Aufnahmen aus den Kampagnen des langjährigen Institutsphotographen Artini, bedeutende Negativfondi wie die Aufnahmen toskanischer Architektur, Malerei und Plastik in den Archiven Bazzecchi und Laurati, die vor dem zweiten Weltkrieg durchgeführte Dokumentation der florentinischen Urbanistik von Lotz sowie de Giovannis detaillierte Aufnahmen der Ober- und Unterkirche von S. Francesco in Assisi. Seit 1993 werden die kunsthistorischen Metadaten zu Fotos im Datenbanksystem HiDA nach dem Regelwerk MIDAS erfasst. Bisher wurden Metadaten zu etwa 15 Prozent der ca. 580.000 Fotos erstellt. Durch die Digitalisierung der institutseigenen Negative und ihre Verbindung mit den zu ihrer Erschließung zusammengetragenen Metadaten in HiDA/MIDAS war die Grundlage für eine digitale Sammlung gegeben.

Für die Realisierung der Web-Anwendung wurde die Open-Source-Software ZOPE/Plone, ein Applikationsserver mit integrierter Datenbank und Content-Management-System gewählt. Zur Darstellung der hoch aufgelösten Bilder wurde die Open-Source-Software Digilib an die Webdatenbank angeschlossen. Neben verschiedenen Zoom-Funktionen bietet Digilib Annotations- und Referenzfunktionen, die die wissenschaftliche Kommunikation unterstützen. Das System steht zur Nachnutzung und Weiterentwicklung im Rahmen von Open Source für interessierte Partner zur Verfügung.
(Christina Bieber, Ruth Goebel, Werner Schweibenz, Kunsthistorisches Institut in Florenz)

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Tagungsbericht: Museums and the Web 2005
13.-16. April, Vancouver, CANADA

Norbert Kanter, zetcom AG, Berlin

Diese jährlich stattfindende internationale Konferenz ist die größte Fachveranstaltung zum Thema "Museen und Internet". Mehr als 600 Teilnehmer aus aller Welt diskutieren und präsentieren Ihre Projekte, und nutzen die Gelegenheit zum Informations- und Erfahrungsaustausch.

In dem Vortrag wird ein kurzer Überblick zu Programm und Inhalten dieser Konferenz gegeben. Aus dem großen Angebot werden einige herausragende Projekte ausgewählt und beispielhaft für neue Entwicklungen und Ideen vorgestellt.

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SHORT CUTS

Von Betrachtern zu Akteuren: Die bundesweite Initiative "schule @ museum"

Monika Dreykorn, Projektkoordinatorin der Initiative "schule @ museum"

Experimente bitte! Unter diesem Motto startete im November 2004 das bundesweite Projekt "schule @ museum": virtuell und interkulturell" in seine Pilotphase. Acht Museen in ganz Deutschland beteiligen sich an dem bundesweiten Modellprojekt, das Kooperationen von Schulen und Museen initiieren will, die junge Menschen in Museen durch die Arbeit an Multimediaprojekten von Betrachtern zu Akteuren machen. schule @ museum ist eine Gemeinschaftsinitiative des Deutschen Museumsbunds, des Bundesverbands Museumspädagogik und des BDK - Fachverband für Kunstpädagogik.

Von November 2004 bis Juli 2005 erkunden die Schülerinnen und Schüler verschiedener Schularten und Klassenstufen unter dem Themenschwerpunkt Interkulturalität ihre jeweiligen Partnermuseen und deren Objekte. Die Beschäftigung mit den Besonderheiten einer anderen Kultur - jedes Museum hat einen eigenen Schwerpunkt für sein Projekt ausgewählt - soll bei den jungen Menschen ein tieferes Verständnis für kulturelle Zusammenhänge schaffen.

In den Projekten von "schule @ museum" sollen Kinder und Jugendliche die Möglichkeit erhalten, Museumsobjekte nicht nur zu betrachten, sondern die Auseinandersetzung mit den Objekten gestalterisch und inhaltlich durch den Einsatz neuer Technologien phantasievoll umzusetzen. Dabei können die Schüler und Schülerinnen ihrer Kreativität freien Lauf lassen, ihre Ideen, die sie mit den Museumsobjekten verbinden, durch vielerlei Medien darstellen und verfremden.

Im Vortrag sollen die beteiligten Projekte vorgestellt werden sowie ein Zwischenbericht zur laufenden Projektarbeit gegeben werden. Erste Erfahrungen zur Zusammenarbeit von Schule und Museum bei der Erarbeitung von Multimediaprojekten werden berichtet.
Informationen zum Projekt: http://www.schule-museum.de/

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Webseiten und E-Mails:
Unverzichtbare Instrumente bei der Katastrophenhilfe für Museen

Dr. Thomas Schuler, Chemnitz

1) Fluthilfe in Sachsen
Ich war 2002 der Fluthilfe-Koordinator für die nichtstaatlichen sächsischen Museen. Bei dieser Gelegenheit war meine täglich aktualisierte Website - neben dem Telefon - das wichtigste Arbeitsinstrument. Ich habe dies damals reflektiert und veröffentlicht: http://www.schlossbergmuseum.de/smb/flut-info.html#Web

2) Fluthilfe für Südostasien
Wegen der hohen internationalen Solidarität und Spendenbereitschaft der Museumskollegen habe ich 2002 auch eine englische Fassung meiner Website ins Netz gestellt: http://www.schlossbergmuseum.de/smb/flood.html

Als ICOM nach der Tsunami-Katastrophe zu einer internationalen Hilfsaktion aufrief, war diese Präsentation (samt meinen damaligen Erfahrungen) eine wichtige Leitlinie beim raschen Aufbau der von Carla Bonomi gestalteten und redigierten ICOM-Website: http://icom.museum/disaster_relief

3) Krisenprävention, -vorbereitung und -management von Museumsverbänden
ICOM hat rasch erkannt, dass das Seebeben in Südostasien ein Anlass sein sollte, um generell neue Strukturen zu schaffen. Es wurde nicht nur ein Spendenfond eingerichtet, sondern auch eine Task Force: http://www.schlossbergmuseum.de/tsunami/DRTF.html

Ich bin deren Mitglied und u.a. für die Supervision der ICOM-Website und die Web-Kommunikation im deutschen Sprachraum zuständig.

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Die Anwendung des OAI-PMH in Museen

Klaus Bulle, Adlib Information Systems, Berlin

Fünf Jahre nach Gründung der Open Archives Initiative scheint die Idee der Vernetzung von Metadaten Museen in der Praxis noch nicht erreicht zu haben. Liegt es an dem irreführenden Namen der Initiative oder daran, dass es zunächst nur um die bessere Erreichbarkeit von Preprintarchiven ging? Dabei bietet das Open Archives Initiative Protocol for Metadata Harvesting (OAI-PMH )eine einfach anzuwendende Technik, die es erlaubt, vorhandene Online-Ressourcen in ähnlicher Weise zugänglich zu machen, wie es bei Bibliotheksportalen längst gang und gäbe ist.

In jüngster Zeit wurden aber - vor allem in Großbritannien, wo eine entsprechende Gesetzgebung die "Öffnung der Archive" fordert und fördert - Projekte bekannt, in denen das OAI-PMH erfolgreich in die Praxis umgesetzt worden ist. Dazu gehören z.B.

Alle Beispiele machen deutlich, dass individuelle Initiative nicht ausreicht, um die bereitgestellten Informationen zu erweitern und einen höheren Grad an Vernetzung zu erreichen, sondern dass es entsprechender Förderung bedarf. So wurden die zwei zuletzt genannten Projekte von 2002 bis 2004 vom Joint Information Systems Committee (JISC) im Rahmen ihres "Focus on Access to Institutional Resources (FAIR)"-Programms finanziell und inhaltlich unterstützt.

Ein anderer wichtiger Motivationsfaktor ist das Vorhandensein geeigneter Suchdienste, ohne die die zur Verfügung gestellten Informationen sonst gar nicht auffindbar wären. Ein solcher Suchdienst wurde vom oben erwähnten ARENA-Projekt gleich mitentwickelt, andere OAI-PMH-kompatible Informationsquellen können mittlerweile Google-ähnlichen Diensten hinzugefügt und anschließend gemeinsam durchsucht werden. Außerdem stehen verschiedenen technische Lösungen für Verbundprojekte bereit, die einen eigenen Suchdienst einrichten möchten.

In der Open Archives Initiative steckt also weiterhin ein Potential, das es von Museen noch zu entdecken gilt.

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compactmemory - das Internetarchiv jüdischer Periodika im deutschsprachigen Raum

Dr. Rachel Heuberger, Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg, Frankfurt am Main

In dem Internetarchiv jüdischer Periodika im deutschsprachigen Raum wird die überwiegende Mehrzahl der jüdischen Zeitschriften und Zeitungen des 19. und 20. Jahrhunderts online kostenlos bereitgestellt. Die Periodika umfassen alle religiösen, kulturellen und politischen Aspekte des jüdischen Lebens in Mitteleuropa und stellen somit für die Erforschung des Judentums in der Neuzeit ein bedeutendes Quellenreservoir dar.

Die Zeitschriften werden teilweise als Volltext zugänglich gemacht, sind auf jeden Fall aber als Graphik mit entsprechender Indexierung einsehbar. Eine erweiterte Datenbanksuche eröffnet verschiedene Recherchemöglichkeiten. Zur Zeit sind an die 50 Periodika mit einer Gesamtzahl von knapp 500.000 Seiten im Netz.

Das Projekt ist ein Kooperationsprojekt des Lehr- und Forschungsgebietes Deutsch-jüdische Literaturgeschichte der RWTH Aachen, der Gemania Judaica Köln sowie der Universitätsbibliothek Frankfurt. Als Schwerpunktbibliothek für die Fachgebiete Wissenschaft vom Judentum und Israel erwirbt die Frankfurter Universitätsbibliothek die gesamte wissenschaftlich relevanter Literatur im In- und Ausland.

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Relaunch der Website des Jüdischen Museums Berlin: "Mehr als PR - Einfach für Alle"

Dagmar Ganßloser, Jüdisches Museum Berlin
Etta Grotrian, Jüdisches Museum Berlin

Die aktuelle Website des JMB wurde im Jahr 2001 unter großem Zeitdruck produziert und ging schließlich kurz vor der Eröffnung des Museums online. Als wichtige Anforderung wurde vom Museum damals formuliert, dass ein Design gefunden werden müsse, das das Image des JMB als lebendigem, offenem Ort etablieren und über die Aktivitäten des Museums berichten sollte. Zu diesem Zeitpunkt, als sich das Museum noch mitten im Aufbau befand, war es schwer, einzuschätzen, welche Anforderungen die Website würde erfüllen müssen. So entstand ein PR-Instrument mit anspruchsvollem Design, das die Arbeit unserer Presseabteilung bis heute überaus erfolgreich unterstützt, jedoch in den folgenden Jahren den wachsenden vielfältigen Aktivitäten des Museums nicht mehr in ausreichendem Maße gerecht werden konnte.

Als die Entscheidung für einen Relaunch der Seite gefallen war, war bereits klar, dass das JMB wie alle Bundeseinrichtungen ab Ende 2005 der gesetzlichen Verpflichtung würde Folge leisten müssen, seine Internetpräsenz barrierefrei zu gestalten. Vorbilder für ähnlich komplexe Webpräsenzen mit attraktivem Erscheinungsbild, die alle Anforderungen einer barrierefreien Internetseite erfüllen, waren und sind rar. Darum galt es, neue Wege zu beschreiten, sich neue Qualifikationen anzueignen und einen kreativen Umgang mit den Richtlinien zu entwickeln: Schließlich sind die empfohlenen Richtlinien für Barrierefreiheit im Internet bis heute widersprüchlich formuliert.

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"Jüdisches Leben in Deutschland von 1914 bis 2004" - Webseite und DVD
Ein gemeinsames Medienprojekt des Deutschen Historischen Museums und der Bundeszentrale für politische Bildung

Daniel Steinbach, M.A., Deutsches Historisches Museum, Berlin

Die Multimedia-Abteilung des Deutschen Historischen Museums hat seit ihrer Entstehung 1998 vielfältige Erfahrungen gesammelt und eine breite Palette unterschiedlichster Software entwickelt. Multimedia im DHM fußt auf zwei digitalen Säulen: den computergestützten Informationsmedien und dem Dokumentarfilm. Die unterschiedlichen virtuellen Informations- und Präsentationsformen im realen Museumsgebäude bilden auch Formen der Vermischung und des Ineinandergreifens mit dem Internet.

Die neuen Medien und Technologien eröffnen vor allem auch neue Qualitäten des Lernens, das globale Informationsnetz neue Erfahrungshorizonte für Schüler und Studenten in aller Welt. Das Deutschen Historischen Museums bietet solche Projekte vermehrt für Schulklassen an und erweitert damit das Bildungsangebot des Museums um eine aktive Dimension. In enger Kooperation mit Lehrern, Lehramtsstudenten und Geschichtsdidaktikern werden Inhalte und Arbeitsaufgaben geplant und evaluiert.

Anhand des persönlichen Schicksals einer deutschen Familie jüdischen Glaubens erzählen wir in dem Internetprojekt "Jüdisches Leben in Deutschland von 1914 bis 2004" von Emanzipation und Integration, von Verfolgung und Vernichtung, aber auch von Neubeginn und Neugründung ab 1945 und von jüdischem Leben im wiedervereinigten Deutschland.

Auf der Webseite ist ein umfangreicher Datenpool mit über 1700 Einzelbildern und fast 220 Filmausschnitten abrufbar, der die politisch-kulturellen Hintergründe jüdischen Lebens in Deutschland dokumentiert. Parallel hierzu wird die Geschichte einer deutschen Familie jüdischen Glaubens erzählt - der Familie Chotzen aus Berlin-Wilmersdorf. Durch die Parallelität von Ereignisgeschichte und Familienbiographie erhalten die politischen Ereignisse gleichsam ein persönliches Gesicht: Die politischen Daten und Fakten der Zeit finden ihren ganz individuellen Widerhall im Familienleben der Chotzens.

Spezielle Lernmodule für Schüler von Grundschulen und den Jahrgangsstufen I und II können über das Hauptmenü aufgerufen werden. In Form von Themenführungen wurden Schneisen durch das Informationsdickicht des großen Datenpools der Zeitleiste angelegt. Dem scheinbar unbegrenzten Speicher- und Verknüpfungsraum steht in diesem Modul die pädagogisch sinnhafte Reduktion eines Sachverhalts auf einen Lerninhalt gegenüber.

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Multimediale Besucherinformation per PDA
Technische Möglichkeiten und neue Entwicklungen am Beispiel Überseemuseum Bremen

Markus Blanchebarbe, Eyeled GmbH, Saarbrücken
Dr. Götz Mackensen, Übersee-Museum, Bremen

Die Eyeled GmbH hat sich auf die Entwicklung PDA-gestützter Besucherinformationssysteme für Museen, Messen, Kongresse und Unternehmen spezialisiert. Einen Schwerpunkt unserer Tätigkeit sehen wir dabei im Museumsbereich, wo wir seit 2001 schon zahlreiche Projekte erfolgreich umgesetzt haben. Der Vortrag zeigt den aktuellen Stand der Technik und deren Grenzen auf. Er geht außerdem auf von Museen initiierte Weiterentwicklungen wie die Anbindung an Datenbanken (CMS), die automatisierte Erstellung von Führungen oder die Sprachgenerierung ein.

Das UEM hat nach langen Vorarbeiten mit der Ozeanienausstellung 2003 sowohl multimediale Infosysteme (Terminals) als auch den PDA in der Funktion des Vuideoguides eingeführt; 2004 folgte auf dem PDA eine Führung von Kindern für Kinder in den Abteilungen Afrika und Amerika. Seit Sommer 2004 wird die Integration aller Daten in ein umfassendes multimediales System vorbereitet, die Ende Mai 2005 abgeschlossen sein wird. Die Auswertung der PDA's hat gezeigt, dass der verfolgte Ansatz richtig ist: es läßt sich kaum vorhersagen, welche Infos der einzelne Besucher möchte. Insofern wird eine Mischung zwischen vorgegebenen Führungen, die nicht länger als 90 sek./Text sein sollten und aus der Datenbank generierten Zusatzinfos mit der Eröffnung der Asienausstellung Februar 2006 Standard werden. Wir halten am Prinzip fest: Gebt dem Besucher, was der Besucher will - und versucht nicht, das vorher festzulegen.

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Informationen öffnen Welten - Digitale Besucherbegleiter für Museen und Ausstellungen
Ein EU-Projekt zur Entwicklung eines mobilen, interaktiven und kontextsensitiven Systems

Dr. Kerstin Heuwinkel, Fraunhofer ISST, Dortmund

Die aktuelle Ausgangssituation für Museen ist nicht leicht: Eine angespannte Haushaltslage erfordert besucherorientierte Konzepte von den Museen. Insbesondere Kinder und Jugendliche sollen wieder den Weg ins Museum finden. Das Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST möchte mit Smart Event Solutions dazu beitragen, den Museumsbesuch attraktiv zu gestalten, indem es innovative Vermittlungskonzepte kreiiert, die den Besucher in den Mittelpunkt stellen. Im Rahmen des EU-Projektes EXPLORE widmen sich die Fraunhofer-Forscher mit europäischen Partnern der Entwicklung eines digitalen Besucherinformationssystems. Um dieses System nutzen zu können, benötigen die Besucher nichts anderes als ein Handy.

Entdecke das Museum
Mit EXPLORE als digitaler Museumsführer soll es insbesondere gelingen, die Ansprüche von Kindern und Jugendlichen an einen erlebnisreichen Museumsbesuch zu erfüllen. Das mobile Software-System erkennt, an welchem Exponat sich der Jugendliche befindet und bietet ihm dazu die passenden Informationen. Diese können als Texte, Bilder, Töne oder auch Videosequenzen aufbereitet sein. Interaktive Dienste wie ein Suchspiel oder Quiz regen spielerisch dazu an, einen selbstständigen Zugang zum Exponat zu entdecken.

Entdecke den Besucher
Ziel des interaktiven Ansatzes von EXPLORE ist es, Besucher mit dem Museum in einen Dialog treten zu lassen. So ist es möglich, direktes Feedback zur Ausstellung zu geben. Aus dem anonymen Kunden wird damit ein Besucher mit individuellen Bedürfnissen, die im Laufe einer langfristigen Kundenbindung gedeckt werden. Fraunhofer ISST 2004 1 Mit EXPLORE können museumspädagogische Vermittlungskonzepte für Kinder und Jugendliche erprobt werden. Darüber hinaus sind andere themenspezifische Touren denkbar, zum Beispiel für Experten, Laien oder Besucher mit kleinen Kindern. Eine ganzheitliche Organisation des Erlebnisses ist möglich, indem der Museumsbesuch über das Internet auch vor- und nachbereitet werden kann.

Entdecke Smart Event Solutions
Das Fraunhofer ISST hat umfangreiche Kompetenzen im Bereich der Informationslogistik und blickt auf weitreichende Erfahrungen mit Smart Event Solutions. Der Digitale Begleiter konnte bereits bei Sportevents eindrucksvoll seine praktische Relevanz beweisen. Parallel zu den Aktivitäten im kulturellen Umfeld laufen Projekte im Gesundheitswesen zur Unterstützung von Patienten und Risikogruppen.

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PDA-Anwendungen in Museen - ein internationaler Vergleich unter besonderer Berücksichtigung des neuen GettyGuides

Denis Schäfer, Institut für Museumskunde, Berlin.

Das Lernen im Museum wird schon lange Zeit von elektronischen Medien unterstützt. Am Anfang stand der Audio-Guide, dessen Angebot in der mobilen und flexiblen Nutzung liegt und dem Besucher eine freie, individuelle Bewegung in den Ausstellungsräumen ermöglicht. Die heutigen technischen und interaktiven Weiterentwicklungen lassen in der Museumsvermittlung so gut wie keinen Wunsch mehr offen.

Ein Gerät dieser Entwicklung ist ein PDA (Personal Digital Assistant). Es ist ein Zusammenspiel zwischen realer und virtueller Welt. In der Ausstellung stehen dem Besucher auf der einen Seite die realen Objekte gegenüber, auf der anderen Seite hat der Besucher die Möglichkeit, virtuell via Internet andere Sammlungen zu besuchen und sich somit neue Zusammenhänge zu erschließen. Die Beliebtheit des PDAs als mobiler Museumsführer pflanzte sich in den letzten Jahren kontinuierlich weiter fort, und viele Studien und Projekte bezeugen seine Fähigkeit zu einer multimedialen Vermittlung in der Museumspraxis. Das Museum wird für den Besucher zu einem Ort einer Vielzahl von Begegnungen. Für ihn findet gleichzeitig Rezeption von Objekt und Ausstellung, sowie Museum und Außenwelt statt.

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Schleswig-Holsteinische Museen auch mobil: Digicult S-H und PDA-Museumsführer

Lütger Landwehr, Projekt DigiCult Museen SH, Kiel

In dem Vortrag soll das Zusammenwirken von Museums- Veranstaltungs- und Sammlungspräsentation der Schleswig-holsteinischen Museen und die damit zusammenhängende Vernetzung von Datenbanken in einem webbasierten Gesamtportal vorgestellt werden. Hintergrund ist der Aufbau eines neuen mehrsprachigen Museumsservers im Rahmen des Digicult-Projektes http://www.digicult-sh.de/.

Mit diesem Pilotprojekt zur digitalen Sicherung und Verbreitung des Kulturellen Erbes Schleswig-Holsteins wird die wissenschaftliche, technische und kommunikative Basis geschaffen, vernetzte Informationen aus dem kulturellen Erbe im Verbund zu erfassen und einem breiten Nutzerkreis im Netz zur Verfügung zu stellen. Das Webinterface mit der Vernetzung von Einzelmuseen und Ihrer Bestände erlaubt den Museen und dem Besucher einen gezielten Zugang zu gesuchten Kulturobjekten und den sie bewahrenden Institutionen mit ihren aktuellen Ausstellungen und Sammlungen. Das dahinterliegende Konzept der Datenerfassung unter Verwendung von Thesauren und der Nutzung von Normdaten wie SWD, Iconclass oder ULAN wird kurz erläutert.

Für den Tourismus erscheint es notwendig, die Museumsdaten auch unabhängig vom Netz zur Verfügung zu haben. Daher wurde statt einer unflexiblen Printpublikation mit der Fa. Impresso eine pda-Software entwickelt, die die wichtigsten Daten des Museumsportales auf einem Pocket PC ständig verfügbar macht- ein mobiler Museumsführer. Durch Verbindung des PDA mit dem Netz kann gezielt auf das Portal zugegriffen werden. Telefonlinks in der Software stellen eine direkte Verbindung zu den Museen her.

Auf dem Vortrag sollen daher auch Konzept, Recherchemöglichkeiten, Vermarktungsstrategie und Pläne zur Weiterentwicklung des Zugangs über PDA und Smartphones erläutert und zur Diskussion gestellt werden. http://www.museen-sh.de/, http://www.digicult-sh.de/

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MuViPlan - Planung individueller Museumsbesuche mit Storytelling
am Beispiel "Dino-Hunter" im Naturmuseum Senckenberg

Dr. Stefan Göbel, ZGDV, Darmstadt

Im Zuge der "Neuen Medien" werden immer öfter auch Schlagworte und Technologien wie Digital Storytelling, Game Based Interfaces oder Edutainment genannt. Im Vortrag wird MuViPlan als Autorenumgebung zur Erstellung von Storytelling basierten Edutainment Anwendungen vorgestellt und erläutert was "Storytelling in Museen" bedeuten kann.

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