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Der Begriff Virtualität ist in aller Munde und macht auch vor Museen nicht halt. Im World Wide Web findet man eine breite Palette von Museumsangeboten. Deshalb ist es notwendig, sich mit dem Begriff und Wesen des virtuellen Museums zu befassen. Dazu wird die Entwicklung von Begriff und Konzepten für das virtuelle Museum beschrieben. Ausgehend vom traditionellen Museum, das bereits Definitionsprobleme aufwirft, werden Definitionsansätze vorgestellt, anhand derer Merkmale und Eigenschaften des virtuellen Museums herausgearbeitet werden. Das virtuelle Museum ist Teil einer Entwicklung des traditionellen Museums zur Memory Institution als Zusammenfassung von digitalisierten Informationen aus Archiven, Bibliotheken und Museen zu einer Institution des kollektiven Gedächtnisses für das Erbe der Menschheit im digitalen Raum des Internet. Am Ende der Entwicklung könnte das virtuelle Weltmuseum stehen als Realisierung des Malraux´schen Museums ohne Wände.
In einer Gesellschaft, die mit Informationen wie mit einer Rohstoffware handelt, besitzen Digitale Sammlungen und deren Eigentümer einen unschätzbaren ökonomischen Wert, da sie über Informationen mit einem hohen Langzeitwert verfügen. Dies macht den Gehalt der Information aus. Dies ist das Kapital, dessen sich die Museen, Archive, Bibliotheken und auch die kunstwissenschaftlichen Institute bewußt werden müssen. Inhalte werden zur begehrten Handelsware. Die Hüter dieser Informationen dürfen sich als "Information Provider" verstehen; handeln sollten sie jedoch als "Information Broker". Wesentlich für die Nutzung der "knowledge bases" ist die Schnelligkeit bzw. Zielgenauigkeit in der Suche aber auch die breite Streuung individueller Informationen für einzelne Benutzer und Benutzergruppen nach den Prinzipien des "Broadcasting" und "Narrowcasting".
Doch die Problematik, die richtige Information zur richtigen Zeit zu finden, kann über Suchmaschinen allein nicht gelöst werden. Der Informationsanbieter ist für den Erfolg der Suchabfragen selbst mitverantwortlich. Nur so kann ein zielgruppenorientierter Transfer von Wissen erfolgen. Immer stärkeren Anteil an der Strukturierung des Zugriffs auf Informationen nehmen die sogenannten "Portale" ein.
Welche Rolle spielen nun diese "Information Gateways" im Zugriff auf Informationen, in der Navigation Digitaler Sammlungen ein? Worin unterscheiden sie sich, worin liegen ihre Stärken (Panorama) und ihre Schwächen (Palisade)? Mein Beitrag darf als Versuch der Erstellung einer kritischen Typologie verstanden werden, die Nutzen, Bedeutung, aber auch die Grenzen der Möglichkeiten dieser Portale skizziert.
Im DFG-Projekt "Gemeinsames Internetportal für Bibliotheken, Archive und Museen (BAM)" realisieren das Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg, die Landesarchivdirektion in Stuttgart sowie das Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim einen integrierten Zugang auf ihre digitalisierten Bestände und Kataloginformationen. Um eine einheitliche Suche über die Datenbestände, die unterschiedlichen Verzeichnungstraditionen entstammen, zu ermöglichen, werden Abbildungen auf ein gemeinsames Metadatenmodell entwickelt, das datentechnische Grundlage des Portals darstellt.
Der Vortrag erläutert Ziele, Problemstellungen und technische Konzepte dieser interdisziplinären Zusammenarbeit.
Es ist ein Versuch, Informationen über die Kulturlandschaft Deutschland zu verbessern und zu bündeln.
Für wen ist Kulturportal-Deutschland.de?
Für alle Kunst- und Kultur-Interessierte, -Schaffende, -Verbreitende.
Woher kommt der Input für Kulturportal-Deutschland.de?
Die Informationsangebote kommen von Bund, den Ländern, Regionen, Kommunen, Verbänden und privaten Anbietern, sprich: jeder, der über einschlägige Informationen verfügt, kann diese einbringen.
Das Projekt zielt auf die Erarbeitung wissenschaftlicher und technologischer Grundlagen für die Erfassung von Materialien der zeitgenössischen Kunst in verschieden strukturierten Institutionen (Ausstellungshäuser, Museen, Bibliotheken, Archive). Es werden Leitlinien und strukturierte Arbeitsmethoden für den Eintritt in Digitalisierungsvorhaben für eine qualitativ verbesserte Vermittlungsarbeit für zeitgenössische bildende Kunst in Europa entwickelt.
Das Projekt ist unterteilt in einen wissenschaftlichen Bereich, der der Grundlagenforschung gewidmet sein soll und sich an die Kunstinstitutionen richtet und einen Bereich, der die erarbeiteten Ergebnisse in Ausstellungen, Multimediaangeboten, Publikationen und websites dem Publikum vermittelt. Evaluationen unter den Partnern als auch im Publikum sollen die Effekte dieser neu strukturierten Vermittlungsarbeit messen. Über den gesamten Projektverlauf entsteht u.a. ein Handbuch als multilinguales Regelwerk zur Erschließung zeitgenössischer künstlerischer Inhalte, dessen Ergebnisse über eine Website diskutiert werden können.
Zentrales Thema, exemplarischer Bereich der Forschung und Fokus der Ausstellungen wird die Kunstproduktion und -rezeption der späten 60er und 70er Jahre sein, wie es u.a. in der Aufarbeitung der documenta 5 von 1972 des documenta Archivs geschieht.
Das Bild ist das klassische Medium zur Vermittlung von Lehrinhalten in den Hochschulfächern Kunstgeschichte und Archäologie. Das vom BMBF geförderte bundesweite Verbundprojekt PROMETHEUS entwickelt eine internetbasierte Wissensplattform, die zum einen verteilte digitale Bildarchive zusammenführt und zum anderen durch eine virtuelle Lehr- und Lernumgebung die herkömmliche Lehre ergänzt (Erstellung von HTML-generierten Präsentationsfolien) und die Möglichkeiten zum Selbststudium verbessert (eigene Recherche, Vorlesungsskripte).
Diese jährlich stattfindende internationale Konferenz (dieses Jahr im März in Seattle) ist die grösste Fachveranstaltung zum Thema "Museen und Internet".
Mehr als 600 Teilnehmer aus aller Welt diskutieren, präsentieren und nutzen die Gelegenheit zum Informations- und Erfahrungsaustausch. In dem Vortrag soll ein kurzer Überblick zu Programm und Inhalten dieser Konferenz gegeben werden. Aus dem riesigen Angebot werden vier herausragende Projekte ausgewählt und beispielhaft für neue Entwicklungen und Ideen dargestellt.
Das Projekt Rheinische Keramik im Internet will, basierend auf einem gemeinsamen interaktiven Bestandskatalog der beteiligten Keramikmuseen, einen gemeinsamen Internet-Auftritt dieser fünf Häuser erstellen. Dieser soll als Internet-Portal und „virtual community" anderen Fachwissenschaftlern, Museen, Sammlern und interessierten Laien die Möglichkeit geben, online die Bestände der Museen und die Vielfalt der Rheinischen Keramik zu konsultieren.
Er soll darüber hinaus eine Kommunikationsplattform für die beteiligten Museen bilden, die nicht nur einen aktiven Dialog mit allen Interessierten ermöglicht, sondern auch Werbung für Veranstaltungen, detaillierte Informationen zu den einzelnen Häusern, Hintergrundinformationen zum Rheinischen Steinzeug bereitstellen. Eine weitergehende Verschränkung mit anderen Netzwerken aus den Bereichen Museum, Tourismus, Veranstaltungen, Geschichte, Archäologie, Keramiktechnik usw.ist angestrebt.
Es soll letztendlich ein Instrument geschaffen werden, das dem „virtuellen Museum" nahe kommt und neue Möglichkeiten der Museumsarbeit sowohl im wissenschaftlichen Bereich wie auch im Bereich der Kommunikation im weitesten Sinne schafft.
Das Internet wird zu einem immer selbstverständlicheren Arbeitsmittel im Museumsalltag. Möglichkeiten und Grenzen dieses Mediums schätzt man inzwischen realistischer ein. Ausgehend von den museologischen Überlegungen Friedrich Waidachers soll der Stellenwert von Objektdatenbanken im Internet reflektiert werden. Dabei kommt dem Verhältnis von Authentizität und Virtualität eine besondere Bedeutung zu. Das Berufsbild in der Museumsdokumentation wandelt sich, wenn Objektdaten über Intra- und Internet zeitnah zum Objektmanagement und - entsprechend aufbereitet - für eine breite Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Auch arbeitspsychologisch ist das motivierend: Galt die Inventarisierung früher eher als "trockener Job", weil Daten eingegeben und meist nur im Museum selbst genutzt wurden, so lassen sich Objektinformationen im Rahmen einer ansprechenden Internetpräsentation zu einer Publikation aufwerten, die den Vergleich mit einem Druckwerk nicht zu scheuen braucht.
Unter dem Aspekt von "virtuellen" Museen betrachtet, sind online abrufbare Sammlungsbestände eine wertvolle Ergänzung der realen Dauerausstellung eines Museum. Hier können Besucher im Museum oder aber von einem anderen Ort aus auch die Exponate betrachten und Informationen abrufen, die in Depots normalerweise dem Blick der Öffentlichkeit entzogen sind. Theoretisch ermöglicht das Internet die Präsentation der kompletten Sammlungsbestände eines Museums, und zwar unabhängig von konservatorischen und sicherheitsrelevanten Voraussetzungen. Gleichzeitig lassen sich z.B. über Terminals in einer Wechsel- und Dauerausstellung weitergehende Informationen über ausgestellte Museumsobjekte anbieten, die von Besuchern über die herkömmliche Beschilderung nicht erschlossen werden können.
Ein Museum kann im Internet in verschiedenen Formen auftreten und unterschiedliche Kommunikationsformen nutzen. Nach einem kurzem Überblick über die Möglichkeiten für Museen im Netz stellt der Referent Evaluationsziele, -zeitpunkte und -methoden kurz vor.
Die Ziele reichen von Planungsverbesserungen über Qualitätsmanagment bis zur abschließenden Projektbewertung, der Zeitraum von der Planung bis hin zum Betrieb. Die Methoden reichen vom Einsatz von Kriterienkatalogen durch die Entwickler über Expertengutachten bis hin zum Lösen von Aufgaben durch Testpersonen (Task-Analyse).
Am Ende des Vortrages wird eine Kurzevaluation der WWW-Seiten des Bonner Kunstmuseums www.bonn.de/Kunstmuseum/ vorgestellt.
Ein Bericht inklusive Linksammlung findet man nach der Tagung unter:
http://marcjelitto.de/mmub/tagungen/2001c.htm
Zentrales Thema des Vortrags ist eine Besucheranalyse, die ein Werbepartner von WebMuseen in dessen Namen durchgeführt hat. Mit 100.000 Seiten pro Monat ist WebMuseen gerade groß genug, um als Werbeträger ernst genommen zu werden, und andererseits noch spezialisiert genug, um als repräsentativ für die Online-Museumswelt gelten zu dürfen. So unterscheiden sich z.B. das Alter und der Bildungsgrad der Besucher erheblich vom allgemeinen Profil der Internet-Nutzer. Aber auch aus Aussagen, wie die Website gefunden und in welchen Zeitabständen sie besucht wird, lassen sich interessante strategische Erwägungen zum Internet-Auftritt eines Museums ableiten. Die Schlußfolgerung daraus mag so manchen vielleicht überraschen ...
Am 16. November 2000 hat die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) nach langen Verhandlungen sieben neuen generischen Top Level Domains (TLDs) bekanntgegeben; unter ihnen findet sich auch die .museum. Mit den neuen TLDs will ICANN mehr Kapazitäten für Domains zur Verfügung stellen. Die damit einhergehende Chance, eine Domain zu iniziieren, die ausschließlich für Kulturbewahrende Institutionen offen steht, haben zwei Männer und zwei Institutionen maßgeblich beeinflußt:
Hinter der Initiative für .museum stehen Cary Karp, Direktor der Abteilung für Informationtechnologie des schwedischen Museums für Naturgeschichte, und Kenneth Hamma, assistierender Direktor des J. Paul Getty Museum. Beide wurden unterstützt vom J. Paul Getty Trust und ICOM, dem International Council of Museums, die zusammen die .museum Treuhänderin MuseDoma (Museum Domain Management Association) gegründet haben.
Die Initiatoren der .museum glauben mit der für Museen vorgesehenen Top Level Domain wird der Nutzen des Internets für Museen massiv ansteigen. Mit Hilfe der Top Level Domain .museum werden die Anstrengungen der Museen gebündelt, sie führt zu einem effizienten Zugriff auf die von Museen bereitgestellten Informationen und stärkt Position und Ansehen der Museen in unserer Gesellschaft.
Die Voraussetzungen für Institutionen, eine Domain unter .museum einzurichten, orientieren sich an den ICOM Statuten, in deren Artikel 2 der Begriff Museum definiert wird.
Die nähere Ausgestaltung der .museum in noch nicht abgeschlossen.
Zeigen, erklären, Interesse wecken, informieren, verkaufen, verbünden, profilieren: welche Strategien kann es für Museen bei Wahl des Internets als Kommunikationsplattform geben; welche Perspektiven kommunikativer Gesamtkonzepte zeichnen sich ab? In kurzen, virtuellen Besuchen bei einigen Museen werden die Interfaces der Webauftritte präsentiert und vor dem Hintergrund ihrer „Benutzerfreundlichkeit" analysiert. Dabei gehen die Kriterien jedoch über die Aspekte der Softwareergonomie und dem konventionellen Verständnis von Usability hinaus und zeigen neue Perspektiven der Interaktion mit und von Benutzern auf.
Der Autor stellt zunächst die Technik und Funktionsweise der Blickregistrierung vor. Exemplarisch wird der Ablauf einer Laboruntersuchung unter Einsatz des Verfahrens der Blickregistrierung dargestellt. Auch wird auf die Zuverlässigkeit und Validität von Blickverlaufsmessungen im Labor eingegangen.
Anschliessend werden die Einsatzmöglichkeiten der Blickregistrierung im Rahmen der Wirkungsanalyse verschiedener Online-Werbeformen behandelt. Der Fokus liegt dabei auf der Bannerwerbung. Anhand von zwei Studien wird gezeigt, daß sowohl die Platzierung auf einer Webseite als auch die Gestaltung der Werbefläche einen entscheidenden Einfluß auf die Kommunikationsleistung von Werbebannern haben. Aus den Ergebnissen der Studien und theoretischen Erkenntnissen werden Empfehlungen zur Platzierung und Gestaltung von Werbebannern bereitgestellt.
Während das Verfahren der Blickregistrierung in der Werbewirkungsforschung bereits zu den etablierten apparativen Datenerhebungsverfahren gehört, wird dieses Verfahren bei Web-Usability-Tests erst vereinzelt eingesetzt. Aufbauend auf dem in der Forschung vorherrschendem Usability-Verständnis zeigt der Autor Einsatzmöglichkeiten des Verfahrens im Rahmen von Web-Usability-Tests auf. Anhand verschiedener Beispiele wird verdeutlicht, daß der Blickverlauf auf einer Homepage durch zahlreiche reiz-, situations- und personenbezogene Faktoren beeinflußt wird. Abschliessend werden Empfehlungen zur Steuerung des Blickverlaufs bereitgestellt.